DRV: Energiewende braucht gesellschaftliche Akzeptanz

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) will sich für mehr Nachhaltigkeit bei der Erzeugung von Biomasse einsetzen. Weiteren Subventionen erteilt der Verband eine Absage. Ein Positionspapier zur Energiewende in Deutschland hat DRV-Präsident Manfred Nüssel heute in Berlin vorgestellt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) habe zu Marktverzerrungen in der Agrarwirtschaft geführt“, betonte Nüssel während der DRV-Jahrespressekonferenz in Berlin.

Anlagenbetreiber erhalten garantierte Vergütungssätze für die Einspeisung von Bioenergie; dagegen würden Tierhaltungsbetriebe durch hohe Futter- und Flächenkosten belastet. Dieser Nutzungskonflikt müsse, so Nüssel, beendet werden. Insofern will sich der DRV für vertretbare Regelungen bei der Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse einsetzen und Lösungen zu unterstützen, die den Nutzungskonflikt auf den Flächen entschärfen.

Mit in diesen Prozess würden auch genossenschaftliche Ersterfasser von Biomasse einbezogen. In den vergangenen sechs Jahren wurden rund 600 Biogasgenossenschaften gegründet, führte Nüssel aus. Auch Händler oder Biomasselieferanten seien unmittelbar am Ausbau von erneuerbaren Energien beteiligt. Um jedoch weiter investieren zu können, benötigten die Unternehmen eine hohe Rechts- und Planungssicherheit.

Nüssel schlägt einen Masterplan vor, der sowohl den Netzausbau umfasst sowie alle relevanten Aspekte der Energiewende wie beispielsweise langfristige Investitionen berücksichtige. Einen besonderen Schwerpunkt legt der DRV-Präsident auf die Flächenkonkurrenz. Um weitere Fehlentwicklungen zu verhindern, müssen aus Sicht des DRV Anreize für eine verstärkte Reststoffnutzung geschaffen werden. (da)
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