Die Getreideernte in Deutschland schätzt der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) aktuell leicht niedriger ein als im vorigen Monat. Auf Grund der Hitzewelle im Juli wurde noch mit höheren Ertragseinbußen gerechnet. Der DRV geht in seiner heute veröffentlichten Prognose von einer Getreideernte von 43,7 Mio. t aus, im Vormonat waren es noch 44,2 Mio. t. Das Ergebnis des Vorjahres (49,7 Mio. t) wird damit um 12 Prozent oder 6 Mio. t verfehlt. Die Erträge liegen im Schnitt um etwa 8 Prozent niedriger. Den Getreidebedarf in Deutschland veranschlagt der DRV auf etwa 40 Mio. t. Er sei damit mehr als gedeckt. Mit der feuchtwarmen Witterung werden Qualitätseinbußen befürchtet.
 
Insbesondere bei Weizen schließt der DRV regional eine Schädigung der Backqualität und entsprechende Abwertungen zum Futtergetreide nicht aus. Die Versorgung der Mühlen in Deutschland sei jedoch gesichert. Lediglich für den Export stehe nicht so viel hochwertiger Weizen zur Verfügung wie im Vorjahr. Den Forderungen der europäischen Mischfutterhersteller nach kurzfristigen Verkäufen von Gerste aus Interventionsbeständen erteilt der DRV eine klare Absage. Bevor eine solche Entscheidung getroffen werde, sollten solide Zahlen zur Erntesituation aus den anderen EU-Mitgliedstaaten abgewartet werden. (AW)
stats