Die deutschen Getreidebestände haben von den Niederschlägen der vergangenen Wochen profitiert. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) in Berlin signalisiert in seiner jüngsten Ernteschätzung Entspannung. Um gut 1 Mio. t im Vergleich zum Vormonat hat der DRV seine Prognose für die deutsche Getreideernte 2012 angehoben auf 42,4 (Vorjahr: 41,9) Mio. t. Auch wenn die Vorjahresproduktion damit übertroffen würde, falle die neue Ernte somit unterdurchschnittlich aus, stellt der Verband fest. Insgesamt hätten sich die Getreide- und Rapsbestände stabilisiert, allerdings auf einem teilweise sehr heterogenen Niveau.

Die Prognose für Winterraps hält der DRV mit knapp 4,3 Mio. t in etwa auf Vormonatsniveau. Pilzerkrankungen hätten in den vergangenen Wochen zu Flächenumbrüchen geführt, leicht höhere Durchschnittserträge konnten diese Einbußen nicht ausgleichen.

Von den erheblichen Auswinterungsschäden bei Wintergerste und Winterweizen werden vor allem Sommersaaten profitieren, bestätigt der DRV aktuelle Markteinschätzungen. Die Sommerweizenfläche werde sprunghaft ansteigen auf rund 199.000 ha, nach nur 60.000 ha im Vorjahr. Sommergerste werde voraussichtlich auf 500.000 ha stehen, ein Flächenplus von 19 Prozent gegenüber 2011. Die Anbauflächen von Körnermais werden nach aktueller Einschätzung um gut 8 Prozent auf 529.000 ha zunehmen. Die gesamte Weizenernte schätzt der DRV auf rund 22 (Vorjahr: 22,8) Mio. t, die Gerstenproduktion auf 9,3 (8,7) Mio. t. (pio)
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