Genossenschaftsbanken

DZ Bank und WGZ fusionieren


Die DZ Bank AG und die WGZ Bank AG machen Ernst mit einer Fusion. Eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) haben die Vorstände und Aufsichtsratsvorsitzenden unterzeichnet.

Neue Führung steht
DZ Bank und WGZ Bank erzielten bereits Einigkeit über die künftige Führung:
Wolfgang Kirsch wird Vorstandsvorsitzender, Hans-Bernd Wolberg wird stellvertretender
Vorstandsvorsitzende, Helmut Gottschalk wird Vorsitzender des Aufsichtsrats, Stellvertretende Vorsitzende werden Werner Böhnke und ein Arbeitnehmervertreter.
Weitere Vorstandsmitglieder sind Uwe Berghaus, Dr. Christian Brauckmann, Lars Hille, Wolfgang Köhler, Karl-Heinz Moll Dr. Cornelius Riese, Michael Speth, Thomas Ullrich, Frank Westhoff, Stefan Zeidler.
Die Förderung der Genossenschaftsbanken in Deutschland werde nach dem Verständnis beider Häuser das "unverrückbare Zentrum" der Geschäftsaktivitäten der vereinigten Zentralbank bilden, hieß es heute bei der offiziellen Bekanntgabe der Fusion. Im Firmenkundengeschäft werde sich die Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken besonders auf den Mittelstand konzentrieren. Daneben sollen – wie bisher – weitere Geschäftschancen in den Bereichen Firmenkundengeschäft, Kapitalmarktgeschäft mit institutionellen und privaten Kunden sowie Transaktionsbanking ergriffen werden.

Frankfurt und Düsseldorf werden Hauptstandorte

Die fusionierte Zentralbank wird die Volksbanken Raiffeisenbanken unverändert nah an den lokalen Marktgegebenheiten betreuen. Dazu wird die dezentrale Aufstellung in der Bankenbetreuung und im Firmenkundengeschäft beibehalten. Die Führung und Steuerung des Geschäfts mit den Genossenschaftsbanken soll zukünftig vom Standort in Düsseldorf erfolgen. Ferner werden dort die Betreuung der regionalen Firmenkunden sowie Marktfolge- und Abwicklungsaktivitäten verankert sein. Die zentralen Stabs- und Steuerungsfunktionen sollen sukzessive in Frankfurt gebündelt werden, wo das vereinigte Institut auch seinen rechtlichen Sitz haben wird. Der Name der vereinigten Zentralbank soll DZ Bank lauten.

Positive Effekte auf die Kapitalquoten

Sitz der neuen Bank wird Frankfurt.
-- , Foto: DZ Bank
Sitz der neuen Bank wird Frankfurt.
Nach Abschluss der Integration sei mit unmittelbaren Ertrags- und Kostensynergien von mindestens 100 Mio. €/Jahr für das vereinigte Institut zu rechnen, hoffen die Banken. In der Kapitalrechnung des vereinigten Instituts können durch den Zusammenschluss positive Effekte auf die Kapitalquoten im Zuge der Umsetzung der Basel III-Vorschriften realisiert werden. Diese Effekte stärken die Substanz nachhaltig und resultieren wesentlich aus dem Wegfall von Abzugspositionen im regulatorischen Kapital.

Start am 1. August 2016

Als Struktur der Transaktion sei eine „Verschmelzung durch Aufnahme“ vorgesehen. Hierbei wird das Vermögen der WGZ Bank auf die DZ Bank als übernehmenden Rechtsträger übertragen. Den Anteilseignern der WGZ Bank werden im Gegenzug im Rahmen einer Kapitalerhöhung Anteile an der DZ Bank gewährt. Das Umtauschverhältnis ergibt sich aus den Unternehmensbewertungen der beiden Institute. Der Ausgangspunkt für die Bewertung wird eine Due Diligence sein, die in beiden Häusern von der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, durchgeführt wird.
Die Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrages ist für März oder April 2016 vorgesehen. Die Beschluss fassenden ordentlichen Hauptversammlungen beider Banken werden das Thema im Juni behandeln, damit die vereinigte Zentralbank am 1. August 2016 an den Start gehen kann. (SB)
stats