Streiks haben in einzelnen Betriebsstätten in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass ein Überhang von mindestens 100.000 ausgemästeten Tieren auf die Schlachtung wartet, berichtet die Allgemeine Fleischerzeitung. Da weitere Engpässe in den kommenden Wochen absehbar seien, müsse man nun auf Alternativen ausweichen, nicht zuletzt, um das Wohlergehen der Tiere zu sichern.

Enge und Hitze können Stress auslösen

Nach Darstellung des geschäftsführenden Danish Crown-Vorstands Søren Eriksen handelt es sich bei der Verschickung der Schlachttiere über die deutsch-dänische Grenze um eine „absolute Notlösung“. Man sehe sich aber zu diesem Schritt gezwungen, da viele dänische Bauern vor enormen Platzproblemen in ihren Ställen stünden. Zudem erwarte man demnächst sommerliche Temperaturen, weshalb alles getan werden müsse, um im Sinn des Tierwohls Stress aufgrund von Hitze und Enge für die Schweine zu vermeiden.

Lange Transportzeiten sollen vermieden werden

Laut Eriksen sollen etwa 10.000 Tiere pro Woche an DC-Standorten in Deutschland geschlachtet werden, bis der Überhang auf dänischer Seite abgebaut ist. Im niedersächsischen Essen (Kreis Cloppenburg) schlachten die Dänen wöchentlich 64.000 Schweine. Man werde vorrangig Herden in Grenznähe auswählen, um unnötige Transportzeiten zu vermeiden, heißt es aus Randers. In Husum (Kreis Nordfriesland) betreibt der Schlachtriese eine Rinderschlachtanlage. Im mecklenburgischen Teterow schlachtet DC sowohl Schweine als auch Rinder. In Boizenburg (Kreis Ludwigslust-Parchim) sowie im niedersächsischen Oldenburg unterhält der Konzern eine Grob- und Feinzerlegung. (az)
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