Schweinehaltung

Das Management muss mitkommen

Praktiker wünschen sich, dass die Politik die richtigen Hebel bewegt
-- , Foto: db
Praktiker wünschen sich, dass die Politik die richtigen Hebel bewegt

"Wir möchten hier leben." Dies ist nach Auffassung von Christian Dohrmann, Schweinehalter im Landkreis Nienburg/Weser, eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Schweinebranche in Nordwesteuropa. Sein Kollege Hans Aarestrup aus Dänemark pflichtet ihm bei. Beide Praktiker beteuerten am Dienstag bei einer Podiumsdiskussion auf der Eurotier, wie wichtig das Management in der Schweinehaltung sei.

Aus Erfahrung wissen die beiden erfolgreichen Landwirte, dass in Ländern wie Polen, der Slowakei oder Rumänien zurzeit Schweine mit wesentlich geringeren Auflagen und damit auch Kosten erzeugt werden könnten. Noch günstiger seien die Verhältnisse in Russland. Doch um dort erfolgreich Schweine halten zu können, müssten auch die Manager vor Ort sein. Keiner der beiden Praktiker zeigte sich jedoch bereit, mit der Familie nur wegen der Kostenvorteile den Standort zu wechseln.

Schwänzekupieren kontrovers diskutiert

Umso mehr appellierten die Praktiker an die Politik, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Schweinehalter nicht wegen zu hoher Kosten die Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Konkret kritisierte Dohrmann aus deutscher Sicht die Diskussion, das Kupieren der Schwänze zu verbieten. Unterstützung erhielt er von seinem dänischen Kollegen. Aarestrup berichtete, dass zwar auch in seinem Land Auflagen durch den Umweltschutz zunehmen. Das Schwänzekupieren sei jedoch nicht das Problem Nummer 1. Vielmehr geht es in Dänemark - wie auch in Deutschland - um Emissionsminderung und Begrenzung der Gülleausbringung.

Schweinehalter kehren Schweden den Rücken

Aarestrup warnte jedoch eindringlich davor, dem Nachbarland Schweden zu folgen. Dort sei die Schweinhaltung durch hohe Auflagen regelrecht vertrieben worden. Schweden weise nur noch einen Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch von 65 Prozent auf. Dies sei kein Vorbild für andere EU-Länder, schimpfte der dänische Schweinehalter. (db)
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