Debatte um Malzerstattungen der EU

1

Die Exporterstattungen der EU für Malz sind in den vergangenen Jahren meist höher als erforderlich ausgefallen, meinen Wissenschaftler am Lehrstuhl für Agrarökonomie der Universität Kiel unter Leitung von Prof. Ulrich Koester. Sie nennen im Wesentlichen drei Gründe: 1. Die Malzerstattung wird nicht vom Braugersten-, sondern vom Futtergerstenpreis abgeleitet. Die Berechnung sei jedoch nicht transparent. 2. Der Umrechnungsfaktor für die erforderliche Menge Gerste zur Malzherstellung sei zu hoch. 3. Der Zeitpunkt, zu dem Exporteure Malzlizenzen ziehen, ist nicht identisch mit dem Zeitpunkt des tatsächlichen Exportes. Häufig würden höhere Erstattungen gezahlt, als es die tatsächliche Marktlage erfordere. Im vergangenen Wirtschaftsjahr 1998/99 sind nach Ansicht der Kieler Agrarökonomen umgerechnet mehr als 73 Mio. US-$ Malzerstattungen zuviel gezahlt worden, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. (db)
stats