Mischfutterindustrie

Defizit an Eiweißpflanzen in Europa

Soja-Erklärung
Weil heimische Eiweispflanzen gegenüber importiertem Soja nicht konkurrenzfähig sind, haben die Landwirtschaftsminister aus 14 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, am Montag in Brüssel eine gemeinsame Soja-Erklärung unterzeichnet. Sie soll helfen, die nachhaltige, zertifizierte und gentechnikfreie Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Eiweißpflanzen (Leguminosen), insbesondere von Soja, in Europa zu stärken.
Der Bedarf von 31,2 Mio. t Sojaschrot für Futtermittel in Europa wurde laut DVT im Wirtschaftsjahr 2015/16 nur zu 1,5 Mio t aus den in der EU angebauten Sojabohnen gedeckt - also nur knapp 5 Prozent. Der Verband wies zudem darauf hin, dass die von der EU-Kommission geplante Reform der Erneuerbaren-Energie-Richtlinie zu einer Reduzierung der Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus führen würde. Raps liefert bislang ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Eiweißversorgung.

DVT sieht Veredelung in Gefahr

„Wir können ohne den Import von wertvollen Eiweißfuttermitteln die Versorgung der tierischen Veredlung nicht sicherstellen“, so DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken. Damit reagierte er auf eine Soja-Erklärung, die am Montag Landwirtschaftsminister aus 14 EU-Mitgliedstaaten in Brüssel unterzeichnet hatten.

„Agrarprodukte sollten aus klimatischen Gründen vorrangig dort produziert werden, wo die knappen Ressourcen am effizientesten genutzt werden können“, betonte Baaken. Der internationale Agrarhandel schaffe dafür den notwendigen Ausgleich zwischen Mangel und Überfluss und leiste einen Beitrag zum Klimaschutz. „Eine einseitige Bevorzugung regionaler Rohstoffe wie Soja aus Europa lehnt der DVT ab, weil sie nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch nicht nachhaltig ist“, unterstrich der Geschäftsführer. Eine wettbewerbsfähige deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft sei auf einen freien Zugang zu den internationalen Märkten und den verfügbaren Rohstoffen angewiesen. (mrs)
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