Defizit für Bayerns Molkereistruktur


Der Export von Agrarrohstoffen verliert in Westeuropa an Bedeutung. Chancen gibt es für veredelte Produkte. Für den ehemaligen EU-Agrarkommissar Franz Fischler spielt der Export von agrarischen Rohstoffen in Westeuropa "nicht mehr die große Rolle". Für die EU sei gerade bei Milch die Ausfuhr von veredelten Erzeugnissen mittlerweile viel wichtiger, sagte er vor dem Wirtschaftsbeirat Bayern in München. „Milch ist für Bayern ein Schicksalsprodukt“, so Fischler. Er sieht bei den privaten Molkereien im Freistaat eine höhere Innovationsbereitschaft im Vergleich zu den genossenschaftlichen Unternehmen.

Nach Ansicht von Gerd Sonnleitner, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), ist die Kostenstruktur in der bayerischen Landwirtschaft "nicht so gut wie in anderen Regionen der EU". Dazu würden die ungünstige Molkereistruktur, aber auch die hohen Produktionskosten als Folge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beitragen. Das EEG treibe die Pachtpreise erheblich, beklagt der DBV-Präsident. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sieht zu viele Molkereien in diesem Bundesland, die den Anforderungen des Marktes nicht genügten. (HH)
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