Bayer-Monsanto

Der lange Weg zur Monsanto-Übernahme

Frühjahr 2015: Gerüchte um Monsanto-Interesse an Syngenta

Seit Monaten wird in der Branche über eine bevorstehende Übernahme von Syngenta durch Monsanto spekuliert.

8. Mai 2015: Syngenta weist Monsanto zurück

Monsanto bietet für Syngenta einen Kaufpreis von 449 Schweizer Franken pro Aktie, davon 45 Prozent in bar. Der Verwaltungsrat der Schweizer lehnt das Angebot einstimmig ab. Es sei weder im Interesse des Unternehmens noch der Aktionäre.

21. Mai 2015: Monsanto präzisiert Syngenta-Deal

Aus der Chefetage des US-Konzerns kommen Äußerungen, wie sich Monsanto die Übernahme von Syngenta vorstellt. Das Saatgutgeschäft der Schweizer soll dann verkauft werden. In Basel bleibt es bei der Ablehnung. Monsanto unterschätze die regulatorischen Hürden der Übernahme, heißt es aus der Schweiz.

3. Juni 2015: Syngenta will mehr Geld

Syngenta signalisiert nun doch Interesse an Verhandlungen und nennt Bedingungen: Monsanto müsste das Angebot auf 500 Schweizer Franken je Aktie aufstocken und eine Gebühr von rund 4,5 Mrd. US-$ zahlen, falls der Deal scheitert.

5. Juni 2015: Spekulationen um BASF-Interesse

In den Medien wird über ein mögliches Interesse von BASF an einer Übernahme von Syngenta spekuliert. Der Ludwigshafener Konzern hält sich bedeckt. BASF wird von Analysten aber auch als Kandidat für die Übernahme des Saatgutgeschäftes von Syngenta gehandelt, falls Monsanto dieses Geschäftsfeld abtreten muss.

8. Juni 2015: Monsanto bewegt sich - Syngenta bleibt stur

Die Amerikaner bieten 2 Mrd. US-$ an Entschädigungszahlungen, falls Wettbewerbsbehörden eine Übernahme ablehnen sollten. Am Kaufpreis rütteln die Amerikaner nicht. Syngenta weist das Angebot umgehend zurück. Gebühr und Kaufpreis seien viel zu niedrig.

26. August 2015: Monsanto gibt auf

Der US-Konzern gibt sein Vorhaben auf, Syngenta zu übernehmen. Nach dem erfolglosen Übernahmekampf will Monsanto sein Aktienrückkaufprogramm fortsetzen und das Portfolio von Züchtung und Pflanzenschutz weiter in Richtung Biotechnologie sowie neue Produkte ausrichten.

19. November 2015: Monsanto lässt nicht locker

Monsanto-Chef Hugh Grant führt wieder Übernahmegespräche. Laut Medienberichten besteht Interesse am Leverkusener Bayer-Konzern und an der Pflanzenschutzsparte der BASF SE. Gerüchte, dass das chinesische Unternehmen ChemChina an Syngenta interessiert ist, sorgen bei Monsanto auch für neue Übernahmefantasien für den Schweizer Konkurrenten.

7. April 2016: Gewinn von Monsano bricht ein

Monsanto legt für das erste Halbjahr 2015/2016 schwache Unternehmenszahlen vor. Von September 2015 bis Februar 2016 hat sich der Nettogewinn von 1,7 Mrd. US-$ auf nun 0,8 Mrd. US-$ halbiert. Der Umsatz sackte in der gleichen Zeit um 15 Prozent auf 6,8 Mrd. US-$ ab.

12. Mai 2012: Erste Gerüchte über ein Interesse des Bayer-Konzerns

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet über ein Interesse Bayers an einer Monsanto-Übernahme. Die Bayer-Aktie bricht daraufhin in einer knappen halben Stunde um 6 Prozent ein. Die Monsanto-Aktie kann dagegen im vorbörslichen Handel um 18 Prozent zulegen. Monsanto ist dank des aktuellen Kursaufschlags rund 45 Mrd. Dollar wert.

19. Mai 2016: Bayer bestätigt Interesse an Monsanto

„Vertreter von Bayer haben vor kurzem Mitglieder der Geschäftsführung von Monsanto Company getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto zu sprechen“, teilt die Bayer AG mit. Monsanto bestätigt, dass in den USA ein entsprechendes unverbindliches Angebot der Bayer AG eingegangen sei.

23. Mai 2016: Bayer bietet 62 Mrd. US-$ für Monsanto

Mit einem Kaufpreis von 122 US-$ je Aktie macht Bayer ein Angebot, das weit über dem Börsenwert liegt. Der Kaufpreis von 62 Mrd. US-$, würde den Monsanto-Aktionären zum Schlusskurs vom 9. Mai eine Prämie 37 Prozent bieten. An der Börse werden die Bayer-Pläne weiter kritisch betrachtet. Die Bayer-Aktie hat seit den ersten Gerüchten um eine Monsanto-Übernahme über 15 Prozent verloren.

24. Mai 2016: Monsanto sagt Nein

Das Übernahmeangebot der Bayer AG ist für Monsanto zu dürftig. Die Amerikaner fordern einen Aufschlag. Dann würden sie weiter verhandeln. Bayer wiederum hält sein Gebot für ausreichend attraktiv, bleibt aber ebenfalls gesprächsbereit.

29. Juni 2016: Monsanto pokert trotz Gewinnrückgang

Monsanto hat im dritten Quartal mit 717 Mio. US-$ insgesamt 37 Prozent weniger verdient als vor Jahresfrist. Der Umsatz sinkt von Februar bis Mai von 4,58 Mrd. auf 4,19 Mrd. US-$ und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Beim Pokern um ein höheres Übernahmeangebot von Bayer kommen die schwächeren Unternehmensergebnisse ungelegen. Monsanto-Chef Grant lässt sich bislang nicht in die Bücher schauen. Bayer will sein Angebot nicht aufstocken, ohne das Zahlenwerk von Monsanto genauer geprüft zu haben.

1. Juli 2016: Bayer erhöht sein Angebot

Bayer erhöht sein Angebot für die Übernahme von Monsanto von 122 US-$ auf 125 US-$ pro Aktie in bar. Monsanto wird darüber mündlich informiert und erhält am 9. Juli eine angepasste schrifliche Offerte. Die Prämie auf den Schlusskurs der Monsanto-Aktie vom 9. Mai 2016 erhöht sich auf 40 Prozent. Der Kaufpreis steigt um 1,5 Mrd. US-$ auf 63,5 Mrd. US-$.

20. Juli 2016: Erneutes Nein enttäuscht Bayer

Monsanto lehnt die aufgestockte Kaufofferte aus Leverkusen ab. Außerdem erwähnt der US-Konzern Gespräche mit „anderen Parteien“. Die Bayer AG zeigt sich „enttäuscht“. Der Verwaltungsrat der Monsanto Company beurteilt das Angebot einstimmig als „finanziell nicht angemessen“. Gleichwohl bleibe Monsanto offen für weitere konstruktive Gespräche mit Bayer. Das Gleiche gelte aber auch für Gespräche mit „anderen Parteien, um zu einer Transaktion im besten Interesse der Monsanto-Aktionäre zu gelangen." Dazu kursieren Gerüchte, dass Monsanto an einem Deal mit der BASF ebenso interessiert sei wie daran, die abgebrochenen Verhandlungen mit Syngenta wiederzubeleben.

6. September 2016: Bayer legt noch einmal nach

Die Leverkusener bleiben hartnäckig und stocken ihr Angebot zum zweiten Mal auf - auf nun mehr als 65 Mrd. US-$ inklusive Schulden. Bayer ist unter der Voraussetzung einer einvernehmlichen Übernahme bereit, 127,50 US-$ je Monsanto-Aktie zu zahlen. Analysten fürchten, dass Bayer auch mit diesem Angebot bei Monsanto auf Ablehnung stößt und sehen die Schmerzgrenze für die Monsanto-Aktionäre bei 135 US-$ je Aktie. Aus dem Bayer-Aufsichtsrat sickert durch, dass die Schmerzgrenze bei 130 US-$ liegt.

14. September 2016: Bayer und Monsanto werden sich einig

Bayer ist mit seinem Angebot, Monsanto für 128 US-$ je Aktie in bar zu übernehmen, endlich gelandet. Gemessen am Schlusskurs der Monsanto-Aktie am 9. Mai 2016, dem Tag vor dem ersten schriftlichen Angebot von Bayer, bedeutet das Angebot eine Prämie von 44 Prozent auf den damaligen Kurs. Die Gesamtsumme steigt 66 Mrd. US-$, 4 Mrd. US-$ mehr als im ersten Angebot. (SB)
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