Dr Robert Schätzl, Bayerische Landesanstalt ür Landwirtschaft, Andreas Steul, DLG-Feldtage Projektleiter, Philipp Schulze Esking, Vorsitzender DLG-Fachbereich Austellungen (v.l).
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Dr Robert Schätzl, Bayerische Landesanstalt ür Landwirtschaft, Andreas Steul, DLG-Feldtage Projektleiter, Philipp Schulze Esking, Vorsitzender DLG-Fachbereich Austellungen (v.l).

Nicht nur in der Tierhaltung, auch bei Ackerbauern ist die Stimmung trübe. Dies zeigt der DLG-Trendmonitor Europe. Dafür werden zweimal jährlich insgesamt mehr als 2.000 wachstumsorientierte Betriebe in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien befragt. Besonders stark eingebrochen ist seit Herbst 2015 die Investitionsfreude unter deutschen Marktfruchterzeugern von 45 auf 37 Prozent. Weit weniger bereit zu investieren sind allerdings die französischen Landwirte mit nur 14 Prozent.

Dieses sich abkühlende Geschäftsklima als Folge des anhaltenden Preisdrucks präsentiert Philipp Schulze Esking, Vorsitzender des DLG-Fachbereichs Ausstellungen, im Vorfeld der DLG-Feldtage. In diesem Jahr werden die DLG-Feldtage vom 14. bis 16. Juni auf dem Gut Mariaburghausen im unterfränkischen Haßfurt durchgeführt. Die Zahl der angemeldeten 309 Aussteller aus 15 Ländern entspreche dem Stand der Anmeldungen zum vergleichbaren Zeitpunkt vor zwei Jahren für die Feldtage in Bernburg. Damit werde wieder ein reiches Informationsangebot für den modernen Pflanzenbau geboten, streicht Schulze Esking heraus. Das Informationsangebot orientiere sich am Bedarf der Landwirte, die sich auf wachsende gesetzliche und gesellschaftliche Anforderungen einstellen.

Hersteller mit eigenen Vorführungen

Auf dem 14 ha großen Versuchsfeld im Zentrum des Ausstellungsgeländes bereiten 126 Unternehmen ihre Präsentationen von Sorten und Produktionsverfahren vor. Für die Stände auf dem ringförmig angeordneten Campus beobachtet Andreas Steul, Projektleiter DLG-Feldtage, noch stetig neue Anmeldungen. Die bisherige Zahl von 104 Ausstellern in diesem Bereich werde noch zulegen, ist er zuversichtlich. Für die Maschinenvorführungen kündigt er ein neues Konzept an: neben den bewährten kommentierten Vorführungen für Düngung, Pflanzenschutz und Sensortechnik werden 2016 erstmals Aussteller hinter ihren Ständen eigene Maschinenvorführungen bieten können.

Moderne Gülleausbringung

Zwei Specials kündigt Steul an: Sie sollen technische Neuerungen und aktuelle Informationen zu zentralen Themen bieten. Gemeinsam mit dem Institut für Landtechnik und Tierhaltung der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Partnern aus der Industrie will die DLG bei den Feldtagen über das effiziente Ausbringen von Gülle und Gärresten informieren. Die anstehende Novelle der Düngeverordnung bewege die Landwirtschaft, betont auch Schulze Esking. Bei Transport und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern könne noch weiter an Verbesserungen gearbeitet werden.

Drohnen und Fernerkundungssystemen in der Landwirtschaft widmen die Feldtage ein weiteres Special. Hier geht es um Technik wie auch um rechtliche Rahmenbedingungen.

Eiweiß vom Acker

Das Potenzial heimischer Eiweißpflanzen thematisiert die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) im Rahmen der DLG-Feldtage. Auf der Versuchsfläche werden verschiedene Sojasorten präsentiert sowie unterschiedliche Varianten in der Impfung des Saatguts, im Pflanzenschutz sowie in der Saatstärke. Wie Dr. Robert Schätzl ankündigt, werden auch Ackerbohnensorten, Erbsen und Weiße Lupine präsentiert. Nach Auffassung von Schätzl könnte sich Deutschland in wesentlich höherem Maße als bislang selbst mit Futtereiweiß versorgen. Bedingung wäre eine effizientere Fütterung, die sich stärker am Bedarf der Tiere orientiert. Außerdem könnte das Potenzial des Grünlands für die Tierernährung besser genutzt werden, ist er überzeugt. (brs)
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