Desinteresse an einer WTO-Lösung

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In Genf beraten Agrarexperten über die jüngsten Kompromisspapiere der Welthandelsrunde (WTO). Zu Beginn der Woche haben sie sich beim Thema "tropische Produkte" festgefahren. Die wichtigsten Exporterzeugnisse der Entwicklungsländer sollen freien Zugang zu den Industrieländern bekommen. AKP-Länder, die ohnehin schon zollfrei in die EU ausführen dürfen, fürchten aber den Verlust ihrer Präferenzen beim Marktzugang. Indien und verschiedene AKP-Länder verlangen deshalb neue Vorschläge, bevor man in der Doha-Runde gleichzeitig über die Landwirtschaft und nicht agrarische Produkte (NAMA) verhandelt. Frankreich und Irland bekräftigen im EU-Ministerrat für Allgemeine Angelegenheiten am Montag in Brüssel ihr Desinteresse an einer raschen Lösung. Zudem kamen im WTO-Agrarausschuss Zweifel auf, ob die US-Regierung ein Ergebnis gegenüber dem eigenen Kongress durchsetzen kann. Der Kongress hatte vor kurzem die Subventionen für Landwirte gegen den Willen der Regierung erhöht. Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine WTO-Ministerkonferenz vor der Sommerpause in Genf für unwahrscheinlich halten. (Mö)
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