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Die Getreideernte droht im östlichen Niedersachsen zu einem Debakel zu werden. Bei allen Getreidearten und in allen Regionen erwarten die Experten der Landwirtschaftskammer Hannover Ertragsausfälle und Qualitätseinbußen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Wintergerstenernte, die erst zur Hälfte abgeschlossen ist, ruht nach einer Pressemitteilung der Kammer derzeit flächendeckend. Der gleichfalls druschreife Raps könne wegen der nassen Flächen nicht geerntet werden, wachse stellenweise in der Schote aus und verliere durch aufgeplatzte Schoten an Ertrag. Bei Weizen und Roggen bedrohe gleichfalls "Auswuchs" die Qualität und damit die Vermarktungsaussichten.

Allein auf den mit Winterweizen bestellten Flächen in Südhannover sei inzwischen von einem wirtschaftlichen Schaden nur durch Ertragsausfälle für die betroffenen Landwirte von mindestens 2,5 Mio. Euro auszugehen. In Südhannover (südl. Hannover, Hildesheimer Börde, bis Göttingen) werde auf rund 220.000 ha Winterweizen angebaut. 80 Prozent dieser Flächen seien von den Unwettern und Regengüssen der vergangenen Wochen regelrecht plattgewalzt. Es stehe jetzt schon fest, dass die Landwirte auf diesen Flächen mindestens 1 t/ha weniger ernten werden als in normalen Jahren. (GH)
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