Deutschland will sich am Aufbau der russischen Bioenergiebranche beteiligen. Großes Potenzial bietet die Biomassenutzung. Das Deutsche Biomasse-Forschungs-Zentrum (DBFZ) wird Forschungspartner bei der Weiterentwicklung des Bioenergiesektors in der Russischen Föderation. Im Rahmen einer Kooperation wollen das DBFZ und die Russische Energieagentur (REA) künftig zusammenarbeiten. Ein entsprechender Vertrag wurde kürzlich unterzeichnet, teilt die DBFZ heute mit. Durch gemeinsame Projekte, wissenschaftliche Kooperationen und einen regen Erfahrungsaustausch sollen an die Russische Föderation angepasste Konzepte zur nachhaltigen Bioenergieerzeugung und -nutzung entwickelt werden. Zudem soll sich der Austausch positiv auf die Wettbewerbsposition der deutschen Bioenergieforschung und Technologieanbieter auswirken.

Nach Angaben des DBFZ verfügt die Russische Föderation über eines der größten Biomassepotenziale zur energetischen Nutzung in Europa. Dieses ist bislang nahezu ungenutzt. Bei vollständiger Erschließung durch den Anbau von Biomasse auf Brachflächen sowie die Nutzung von forstwirtschaftlichen Reststoffen könnten allein im europäischen Teil Russlands 174 Mrd. m³ Biomethan pro Jahr produziert werden. Der deutschlandweite Erdgasverbrauch betrug im Jahr 2010 lediglich 105 Mrd. m³, teilt das DBFZ mit. Biomethan besitzt die gleichen Qualitäten wie Erdgas und wird bereits heute in vielen Ländern Europas eingesetzt. (sch)

 
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