Bilanz 2016

Deutsche Agrarexporte florieren

In einer Hochrechnung schätzt die deutsche Agrarexportorganisation Gefa die Ausfuhren deutscher Agrarprodukte und Lebensmittel (einschließlich Landtechnik) 2016 auf rund 75 Mrd. €. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sie noch einmal um 1,4 Prozent zugelegt. „Danach konnten die Exporte trotz des schwierigen Wettbewerbsumfelds erneut gesteigert werden“, stellt die Gefa am Mittwoch fest.

Russland rutscht ab, China steigt auf

Zentrale Anlaufstelle
Die German Export Association for Food and Agriproducts (Gefa) versteht sich als zentrale Anlaufstelle für alle Wirtschaftsbeteiligten, die im Export von Lebensmitteln, Getränken, landwirtschaftlichen Rohwaren oder Produkten aus dem Vorleistungsbereich wie Saatgut, Zuchttiere und Landtechnik aus Deutschland aktiv sind. Zu den Aufgaben der Gefa zählt unter anderem die weltweite Kontaktvermittlung für die beteiligten Unternehmen. (az)
Der Absatz außerhalb der EU zeigt eine deutliche Umschichtung der Handelsströme. Auffallend sind im mehrjährigen Vergleich die massiven Bremsspuren im Handel mit Russland als Folge des russischen Importembargos. Russland ist nach den Gefa-Zahlen von Platz 1 auf Platz 5 der wichtigsten deutschen Agrarexportmärkte außerhalb der EU abgerutscht. Steil nach oben zeigt im Gegenzug der Absatz nach China. Die Volksrepublik könnte noch 2016 die USA von Platz 2 der Drittländer verdrängen, stellt die Gefa in Aussicht. Addiert man zu diesen Exporten nach China noch die Ausfuhren nach Hongkong dazu, steht das Land bereits jetzt an der Spitze aller Drittländer. Es folgen die Schweiz, die USA und Saudi Arabien.

Forderung nach mehr politischer Unterstützung

Allerdings bereiten der Agrar- und Ernährungsbranche die aktuellen Ankündigungen Chinas zur Vorlage von Importzertifikaten für alle importierten Produkte große Sorgen. Bislang sei ungeklärt, wer im Bund und in den Ländern in Deutschland zuständig ist und welche Initiativen zur Lösung unternommen werden. „Hier ist die Politik aufgefordert, schnellstens Klarheit zu schaffen“, fordert die Gefa. Auch generell wünscht sich die Branche mehr Rückenstärkung aus Berlin und Brüssel. „Die Politik sehen wir noch stärker als bisher als Türöffner für einen fairen Handel gefordert“, sagte Gefa-Sprecher Dr. Franz-Georg von Busse am Mittwoch in Berlin. (db)
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