Deutsche Getreidebauern wettbewerbsfähig ohne Direktzahlungen

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Die Verlässlichkeit von EU-Direktzahlungen an Landwirte wurde bei einem Forum des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am Mittwoch in Münster diskutiert. Dr. Klaus Kliem, Präsident des Thüringer Bauernverbandes, forderte, die Direktzahlungen auch nach dem Jahr 2006 zu erhalten. Seiner Ansicht nach "steht und fällt" die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Getreideproduktion mit den Direktzahlungen. Dem widersprach Prof. Stefan Tangermann von der Universität Göttingen, nach dessen Einschätzung die Direktzahlungen im Ackerbau nur "durchlaufender Posten" sind. Auf Pachtflächen beispielsweise, die fast zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland ausmachen, erhöhten die Direktzahlungen lediglich die Bodenpreise. Würde man diese Kosten herausrechnen, wirtschafteten deutsche Landwirte im Getreidebau heute schon erfolgreich zu Weltmarktpreisen und seien durchaus wettbewerbsfähig, betonte Tangermann.

Als Kompensation für früher erfolgte Preissenkungen könnten Direktzahlungen ebenfalls nicht dauerhaft begründet werden. Um Landwirten tatsächlich Sicherheit für ihre unternehmerischen Entscheidungen zu bieten, müssten baldmöglichst die Restlaufzeiten der heutigen Direktzahlungen und die geplanten Reduktionsschritte geklärt werden, forderte Tangermann. Gleichzeitig könnten neue Zahlungen eingeführt werden, die dann allerdings gezielt an Anforderungen des Umwelt- und Tierschutzes oder der ländlichen Entwicklung zu binden seien. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst. (db)
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