In Deutschland könnten Saatgutbeizen mit neonicotinoiden Wirkstoffen in Zuckerrübe und Raps sicher angewendet werden, ist die Saatgutwirtschaft überzeugt. Mit ihren Argumenten hoffen die Verbände, bis zur Aussaat von Raps die Anwendung genehmigt zu bekommen.

Denn die Anforderungen, die EU-Kommissar Tonio Borg für notwendig hält, damit neonicotinoide Wirkstoffe ohne Beeinträchtigung von Bienen angewendet werden, seien bereits umgesetzt. Das betont Peter Jürgens, Geschäftsführer der Seeduard-Gesellschaft für Saatgutqualität mbH gegenüber der agrarzeitung.

Deutschland bereits zertifziert

Nach dem Vorschlag des EU-Kommissars sollen Neonicotinoide nur noch in professionellen Saatgutbehandlungseinrichtungen verwendet werden, die über den neuesten Stand der Technik verfügen. Diese Auflage, die bereits aus der EU-Richtlinie 2010/21 stamme, sei in Deutschland für Zuckerrübe, Raps und weitere betroffene Kulturen längst umgesetzt. Beizstellen seien zertifiziert, Landwirte hätten in abdriftarme Sägeräte investiert.

Bienenschäden seien seither nicht festgestellt worden. In anderen europäischen Ländern bestehe noch Nachholbedarf, räumt Jürgens ein. Doch hofft er wie auch der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter vertreten durch Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer auf Gehör für die deutschen Rapserzeuger. (brs)
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