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Die in Deutschland verbreitete Mentalität, qualitativ einwandfreie Getreidepartien auf den landwirtschaftlichen Betrieben einzulagern und vorzugsweise "Problempartien" zu vermarkten, ist ein Wettbewerbsnachteil für deutsche Getreideexporteure. Im Gegensatz dazu stellen französische Landwirte die im Export gefragten Qualitäten kurzfristig zur Verfügung. Damit bedienen die Franzosen seit Jahren erfolgreich die lukrativen Exportmärkte. Diese Beobachtung hat Dr. Henning Ehlers vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV), Bonn, gemacht. Er weist in einem Beitrag in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst darauf hin, dass Deutschland auch bei einer unterdurchschnittlichen Getreideernte wie in diesem Jahr Nettoexporteur bleibt und darauf angewiesen ist, Getreide im Export zu vermarkten. Ehlers plädiert für Abschlagszahlungen, die sich seiner Ansicht nach in Frankreich zur Preisabsicherung von Landwirten und Händlern bewährt haben. (ED)
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