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Die deutsche Milchindustrie erwartet beim Export für 2003 eine Umsatzsteigerung um etwa 15 Prozent auf 3,8 Mio. EUR, teilt das Informationsbüro der deutschen Milchindustrie, Bonn, mit. Bis einschließlich September sei der Außenhandel mit deutschen Milch und Milchprodukten bereits um 14,6 Prozent gewachsen. Gemessen am Exportumsatz des gesamten Ernährungsgewerbes, der im gleichen Zeitraum nur 5,5 Prozent betrug, seien die Ausfuhren der deutschen Molkereien somit überproportional hoch gewesen. Besonders starke Mengenzuwächse sind laut Milchindustrieverband (MIV) beim Export von Butter (plus 109 Prozent) auf Grund der verstärkten Nachfrage in den europäischen Nachbarländern, Russland und Japan zu verzeichnen gewesen. Auch für Vollmilchpulver (plus 61 Prozent), Magermilchpulver (plus 92 Prozent) sowie Käse (plus 32,9 Prozent) seien Zuwächse zu verbuchen gewesen.

Die Preisentwicklung hätte dagegen eine rückläufige Tendenz gezeigt und bewirkt, dass in Verbindung mit den steigenden Kosten für die Milchverarbeitung die Auszahlungspreise für die Milcherzeuger weiter unter Druck blieben, berichtet das Informationsbüro weiter. Der niedrige Milchpreis resultiert nach Ansicht von Dr. Karl-Heinz Engel, MIV-Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Export-Union e.V., aus dem Milchüberangebot, dem harten Wettbewerb und der Sparsamkeit des Verbrauchers. Zukünftig interessante Absatzländer sind nach Ansicht von Engel Italien, Russland und die Benelux-Staaten. Die größten wirtschaftlichen Möglichkeiten sieht er in der EU-Osterweiterung. (ED)

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