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Der befürchtete Umbruch in der deutschen Milchwirtschaft als Folge der EU-Osterweiterung blieb bisher aus. Tiefgreifende strukturelle Veränderungen werden jedoch als Folge der Agrarreform erwartet. Die deutsche Milchindustrie hat ihre Umsätze im vergangenen Jahr auf 20,53 Mrd. Euro (2002: 19,39 Mrd. Euro) gesteigert, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Die Zahl der milcherzeugenden Betriebe sank im gleichen Zeitraum von 125.000 auf 121.000. Die gesamte deutsche Milcherzeugung erhöhte sich 2003 um 2,4 Prozent auf 28,53 Mio. Liter.

Nach Ansicht von Experten wird eine flächendeckende Milchproduktion durch den Wechsel in der Agrarpolitik künftig immer unwahrscheinlicher. "Die Milchviehhaltung konzentriert sich in Deutschland demnächst noch stärker als bislang auf die küstennahen Standorte und das Voralpenland", versichert Prof. Hannes Weindlmaier vom Forschungszentrum für Milch und Lebensmittel der TU München/Weihenstephan. In Süddeutschland erwartet er eine besondere Entwicklung: "Wenn die allgemeine Konjunktur anzieht und es wieder mehr Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geben sollte, werden sich hier viele Nebenerwerbslandwirte rasch von ihren Milchkühen trennen. Das wird Auswirkungen auf die mittelständischen Molkereien haben." (HH/hol)

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