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Zum achten Mal ist Anfang der Woche eine deutsche Rindfleischlieferung nach Großbritannien beanstandet worden, weil das Rückenmark nicht vollständig entfernt wurde. Rückenmark von Rindern gilt als BSE-Risikomaterial. Wie die britische Food Standards Agency (FSA), London, im Internet mitteilt, handelt es sich bei dem Lieferbetrieb um die Gausepohl Fleisch GmbH im niedersächsischen Bakum. Das Unternehmen sei bereits im Februar durch eine beanstandete Rindfleischlieferung nach Großbritannien aufgefallen. Im Wirbelkanal des zum Zeitpunkt der Schlachtung noch keine zwei Jahre alten Rindes seien ein drei cm langes sowie ein erbsengroßes Stück Rückenmark festgestellt worden, teilt das Hannoveraner Landwirtschaftsministerium mit. Dem Betrieb sei am Mittwoch die Schlachtung von Rindern bis auf Weiteres untersagt worden. Die Wiederaufnahme der Rinderschlachtung werde erst zugelassen, wenn die Durchführung und die Kontrolle der Rückenmarksentnahme als gesichert angesehen werden können. Der mit der amtlichen Kontrolle beauftragte amtliche Tierarzt ist von dieser Tätigkeit entbunden und durch einen anderen amtlichen Tierarzt ersetzt worden. Zusätzlicher betrieblicher und amtlicher Personaleinsatz wurde angeordnet, um eine Fehlerwiederholung zu vermeiden.

Zurzeit ist es in der EU und international üblich, Rinder (außer Kälbern) unter Spaltung der Wirbelsäule in Längsrichtung zu teilen. Die Entfernung der gesamten Wirbelsäule ist seit dem 1. April in der EU zwar vorgeschrieben, muss jedoch nicht im Schlacht- bzw. Zerlegungsbereich durchgeführt werden, sondern kann auch auf der Einzelhandelsstufe erfolgen. (ED)
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