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Auf drei verschiedene Reaktionsmöglichkeiten für den Fall eines MKS-Ausbruchs in Deutschland haben sich die Agrarminister der Länder und Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast Ende der Woche in Cottbus geeinigt, schreibt die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Die möglichen Handelskonsequenzen werden von allen akzeptiert. Im Fall eines MKS-Ausbruchs wurde zwischen drei Konstellationen und daraus folgenden sinnvollen Reaktionen unterschieden:

- Wenn es gelingt, die MKS frühzeitig in möglichen Einschleppungsbeständen zu erkennen und es die Lage erlaubt, sind diese Bestände schnellstmöglich ohne Impfung zu töten und unschädlich zu beseitigen.
- Ist die Situation unklar und ist zu befürchten, dass befallene Bestände nicht rechtzeitig getötet und entsorgt werden können, sind diese Bestände umgehend zu impfen mit dem Ziel, sie danach in Abhängigkeit von vorhandenen Kapazitäten zu töten und unschädlich zu beseitigen ("Notimpfung").
- Wenn die Gefahr besteht, dass die MKS "expandiert", ist eine "Ringimpfung" im Umkreis von 10 bis 30 km vorzusehen mit dem Ziel, diese Tiere dann später - wenn auch mit Einschränkungen - weiter zu nutzen. Die Maßnahme soll aus handelspolitischen Gründen mit der EU-Kommission abgestimmt werden.

Mit welchen Handelsrestriktionen zu rechnen sein dürfte, konnte Künast bisher in Brüssel nicht klären. Die Bundeslandwirtschaftsministerin wurde von den Konferenzteilnehmern gebeten, sich in Brüssel für ein Ende der Nicht-Impfpolitik einzusetzen. Angesichts der möglichen dramatischen Entwicklung sei eine Schutzimpfung gegen den bekannten Erreger die angemessene Antwort, um Schaden von Tieren, Menschen und Werten abzuwenden. Dies bedeute nicht die Rückkehr zur früheren prophylaktischen Impfung. (GH)
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