Halbjahreszahlen

Deutscher Agrarexport behauptet sich


Die wertmäßigen Ausfuhren deutscher Agrarprodukte und Lebensmittel liegen von Januar bis Juni 2015 um 1 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Erreicht wurde dies jedoch nur durch eine Steigerung der mengenmäßigen Ausfuhren um 10,4 Prozent, berichtet die German Export Association for Food and Agriproducts (Gefa). Dies zeige ein deutliches Absinken der Exportpreise und mache die schwierige Exportlage deutlich.

„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich die deutschen Exporteure in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld behaupten müssen", so Dr. Franz-Georg von Busse, Sprecher der Gefa. Der schwache Euro helfe nicht den Exportbranchen, deren Schwerpunkte innerhalb der EU und der Eurozone liegen.

In der Gesamtbetrachtung konnten die Exporteure vor allem durch verstärkte Exporte in Drittlandsmärkte die in Europa verbuchten Rückgänge wettmachen. In diesen Märkten helfe das bei Verbrauchern hoch angesehene Image „Made in Germany", zeigt sich von Busse überzeugt.

Der Anteil der Lieferungen in die Länder der EU-28 (24,8 Mrd. €) ist laut Gefa gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwei Prozentpunkte auf etwa 75 Prozent aller deutschen Ausfuhren gesunken. Dabei reduzierten sich die Ausfuhren in die Niederlande (minus 2,8 Prozent) und nach Italien (minus 9,6 Prozent), während Frankreich das gute Niveau halten konnte.

Die nach den Ländern der EU-28 wichtigsten Regionen sind die Märkte in Asien mit 3,3 Mrd. € (plus 14,3 Prozent) und - erstmals auf Platz 3 - Afrika mit 1,3 Mrd. € (plus 59 Prozent).

Der Blick auf die exportstärksten deutschen Warengruppen zeigt bei Molkereiprodukten eine anhaltende Preisschwäche durch ein großes Angebot auf den Weltmärkten. Die führte im 1. Halbjahr 2015 zu Rückgängen im Exportwert (minus 13,6 Prozent), bei gleichbleibender Menge. Fleischerzeugisse und Wurstwaren präsentierten sich aktuell im Wert (minus 4,1 Prozent) und mengenmäßig rückläufig (minus 1,0 Prozent). (Sz)
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