Rekordergebnis

Deutscher Strom gefragt


In dem fast vollständig erfassten Zeitraum von Januar bis Mai 2013 wurden bereits 30,8 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom aus Deutschland in die europäischen Netze exportiert, aber nur 16,74 Mrd. kWh importiert.

Daraus ergibt sich bereits jetzt ein Exportüberschuss in Höhe von 14,04 Mrd. kWh für die ersten fünf Monate 2013, berichtet das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster.

Saldo deutlich positiver

Demgegenüber wurde im gleichen Zeitraum 2012 eine Strommenge von 28,71 Mrd. kWh ans Ausland abgegeben, während sich das importierte Stromaufkommen auf 19,12 Mrd. kWh belief. Daraus ist ein Exportüberschuss in Höhe von 9,59 Mrd. kWh entstanden. Der positive Saldo ist damit bis Ende Mai dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum 2012 um mehr als 46 Prozent gestiegen.

Trotz des gestiegenen Exportüberschusses würden in Deutschland 2013 so viele neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen wie noch nie in den vergangenen 20 Jahren. Per Saldo sollen nach Planzahlen der Bundesnetzagentur laut IWR zusätzliche Steinkohle-Kraftwerke mit einer Leistung von 4.300 Megawatt (MW) erstmals Strom produzieren. Zudem sei für die kommenden Jahre eine Reihe neuer Steinkohle-Kraftwerke geplant. Bis zum Jahr 2015 würden nach den aktuellen Daten der Bundesnetzagentur (Stand: 27.03.2013) neue Steinkohle-Kraftwerke mit einer Leistung von knapp 8.000 MW ans Netz gehen, während gleichzeitig nur etwa 1.600 MW abgeschaltet werden sollen.

Künftig noch mehr Potenzial

Dabei hätten der Zuwachs an erneuerbaren Energien und der Rückgang des Stromverbrauchs längst die Stromlücke durch die acht abgeschalteten Atomkraftwerke im Jahr 2011 vollständig kompensiert. Mit den geplanten neuen fossilen Kraftwerken könnten bis zu 30 Mrd. kWh Kohlestrom zusätzlich auf den Markt kommen und so den deutschen Strom-Exportüberschuss in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln. (Sz)
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