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Abengoa größter spanischer Einzelproduzent – Einsatz von Zuckerrüben steigt

Agrarzeitung Ernährungsdienst 9. Mai 2007; Von Daphne Huber-Wagner, Frankfurt a.M.

Für die Bioethanolproduktion werden in den einzelnen EU-Ländern unterschiedliche landwirtschaftliche Rohstoffe eingesetzt. Der Einsatz von Zuckerrüben wird in diesem Jahr zunehmen.

Die Konkurrenz um agrarische Rohstoffe für Nahrungsmittel und für die Herstellung zu Ethanol ist bisher noch wenig ausgeprägt. Etwa 1,565 Mrd. Liter Bioethanol wurden im Jahr 2006 in den EU-Mitgliedsländern produziert. Dabei war der wichtigste Rohstoff nach Berechnungen des Branchendienstes F.O. Licht Weizen mit einem Anteil von 39 Prozent an der EU-weiten Ethanolproduktion. Danach folgen Roggen mit 17 und Gerste mit 6 Prozent. Nach Berechnungen von F.O. Licht wurde mit 16 Prozent auch aus Weinalkohol (230 Mio. Liter) viel Ethanol hergestellt. Für jeweils 9 Prozent der gesamten Bioethanolerzeugung war im Jahr 2006 der Ausgangsstoff Rohalkohol (123 Mio. Liter) oder Zuckerrüben. Doch gemessen an der Getreideernte 2006 in der EU-27 war der Anteil von Getreide für Bioethanol gering. Nur 1,5 Prozent der Weizenmenge wurden für Bioethanol eingesetzt, bei Gerste waren es 0,6 Prozent. Immerhin wurden allein in Deutschland etwa 24 Prozent oder 640.000 t Roggen für die Herstellung von Ethanol verwendet .

Deutschland konnte sich im vergangenen Jahr mit einer Bioethanolerzeugung von 430 Litern an die Spitze in der EU setzen und hat Spanien abgelöst. Allerdings gibt es in Spanien mit Abengoa auch nur einen Hersteller, der allein 396 Mio. Liter Bioethanol 2006 erzeugte. Nach Angaben des Unternehmens wurde etwa die Hälfte aus 640.000 t Weizen destilliert und rund 84 Mio. Liter wurden aus 355.000 t Gerste hergestellt, der Rest aus Weinalkohol.

In Frankreich sind Zuckerrüben der Hauptlieferant für die Bioethanolverarbeitung von rund 250 Mio. Litern. Auch in Tschechien wird das meiste Bioethanol aus Zuckerrüben hergestellt. Recht unterschiedlich ist die Zusammensetzung von 140 Mio. Liter Bioethanol in Polen. In vielen kleinen Brennereien werden hier noch Kartoffeln und Roggen zu Rohalkohol verarbeitet.

Die ungarische Bioethanolindustrie versorgt sich hauptsächlich mit Mais. Etwa 100.000 t wurden zur Produktion von 34 Mio. Litern benötigt. 2007 dürfte sich die Zusammensetzung der Rohstoffe laut F.O. Licht ändern. Es werden mehr Anlagen in Betrieb gehen, die Zuckerrüben verarbeiten. Auch der Einsatz von Mais für Bioethanol wird zunehmen. Weizen bleibt mit einem Anteil von 44 Prozent oder schätzungsweise 2,5 Mio. t auch in diesem Jahr der wichtigste Rohstoff für Ethanol in der EU.
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