Afrikanische Schweinepest

Deutschland mit hohem Risiko

Das Agrar- und Ernährungsforum Oldenburger Münsterland (AEF) hatte am Dienstag die Branche nach Cloppenburg geladen, um sich über die Folgen einen Seucheneintritts der ASP zu informieren. Vertreter des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), des Landkreises Cloppenburg sowie der Gesellschaft für Seuchenvorsorge (GESEVO) diskutierten, wie das Virus ferngehalten werden könne.

Uwe Bartels, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsforums Oldenburger Münsterland und Ex-Minister, machte deutlich, dass Deutschland vor einem hohen Einschleppungsrisiko der ASP stehe. Noch vor Augen habe Bartels den Ausbruch der Klassischen Schweinepest im Jahre 1993. Diese habe damals volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe ausgelöst. Die Folgen eines ASP-Ausbruchs im Oldenburger Münsterland wären noch gravierender, ist sich Bartels sicher. Er unterstrich auch die Erfahrungen, die die Region mit der Seuchenbekämpfung habe.

Die Virologin des Friedrich-Loeffler-Instituts, Dr. Sandra Blome, beschrieb das Virus als hochkomplex. Die Anzeichen der Erkrankung seien nur durch Labortests von anderen Infektionen zu unterscheiden. Bei mehr als 90 Prozent der infizierten Schweine führe das Virus zum Tod. Die Seuche grassiere sowohl bei Wildschweinen als auch in Schweine haltenden Betrieben. Ein Impfstoff, der das Virus eindämme, sei vermutlich auch innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre nicht verfügbar. Als Grund nannte sie etwa die fehlende Grundlagenforschung. So stünden für die Bekämpfung nur drastische Maßnahmen zur Verfügung.

Landkreis Cloppenburg rüstet sich für den Ernstfall

Unabsehbar seien die Folgen für den Landkreis Cloppenburg, so der Veterinäramtsleiter des Kreises Dr. Karl-Wilhelm Paschertz. Sowohl Fleisch als auch lebende Schweine unterliegen beim Ausbruch Vermarktungsbeschränkungen, deren wirtschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen in einem Landkreis mit 1,8 Millionen gehaltenen Schweinen und nahezu 10 Mio. Schweineschlachtungen im Jahr mehr als gravierend seien.

Infolge einer großen Exportabhängigkeit der Schweinefleisch produzierenden Unternehmen sei die Gefahr eines Zusammenbruchs des Schweinemarkts mehr als wahrscheinlich, weil Drittländer die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch stoppen könnten; selbst wenn es zu einem ASP–Ausbruch außerhalb des Landkreises käme. Der ernsten Bedrohungslage für Hausschweinebestände müsse durch eine strikte Einhaltung der Biosicherheitsbestimmungen begegnet werden. Bartels, als Vorsitzender des AEF, appellierte daher nochmals an die Teilnehmer, diese einzuhalten und sich für den Eintritt der Seuche zu wappnen. (mrs)
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