Digitalisierung

Deutschland muss online mehr Gas geben

Im internationalen Wettbewerb der Innovationen zeigt Deutschland Schwäche. Besonders hoch ist der Nachholbedarf bei der Digitalisierung: Hier rangiert Deutschland deutlich hinter anderen Industrienationen auf Platz 17. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten Innovationsindikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung hervor.


Handlungsbedarf besteht der Studie zufolge vor allem beim Breitbandausbau, der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und bei digitalen Geschäftsmodellen. Aber auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei digitaler Technologien ist der Rückstand den Autoren zufolge beträchtlich.

Finnland ist Spitzenreiter bei einem der wichtigsten Wirtschaftstrends: der Digitalisierung
-- , Foto: Screenshot ZEW
Finnland ist Spitzenreiter bei einem der wichtigsten Wirtschaftstrends: der Digitalisierung


Deutschland hat einen bedeutenden Abstand zu einer Gruppe von elf Ländern. Dazu zählen die vier skandinavischen Länder, die USA, Großbritannien und Australien, die Niederlande, die Schweiz sowie Israel und Singapur.

DBV verlangt mehr Geld

Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht die Landwirtschaft als den Wirtschaftsbereich an, in dem sich "Digitalisierung und Datenintegration mit besonders hohem Tempo weiterentwickeln". So begrüßt DBV-Präsident Joachim Rukwied die bisher vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Angriff genommenen Maßnahmen. Sie sollten aber mit Haushaltsmitteln unterlegt werden, die "der Herausforderung gerecht werden können", fordert der Verband. 

Zum einen müssten die ländlichen Räume schnellstmöglich mit schnellem Internet versorgt werden. Darüber hinaus müssten auch die Grundlagen- und Anwendungsforschung intensiviert werden. Dazu gehört laut DBV auch die Forschungsförderung sowie die Schaffung von Kompetenzzentren und Experimentierfeldern. 


Hintergrund ist das Treffen einer Arbeitsgruppe im Bundeslandwirtschaftsministerium in der vergangenen Woche. Sie tauschte sich über die mangelhafte Internet-Versorgung des ländlichen Raumes aus. „In jedem zehnten Landkreis in Deutschland haben weniger als die Hälfte der Bewohner Zugang zu schnellem Internet“, kritisierte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. (kbo)

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