Deutschland sehr bürokratisch

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In Deutschland haben Landwirte höhere Verwaltungskosten als in anderen EU-Mitgliedstaaten. Die EU-Kommission veröffentlichte in dieser Woche eine Studie, nach der ein deutscher Betrieb im Jahr 2006 durchschnittlich 1.300 € an Aufwand hatte, hauptsächlich, um Direktzahlungen zu beantragen. In Frankreich waren es nur 950 € je Landwirt, in Dänemark 500 € und in Italien lediglich 110 €. Die Hälfte der deutschen Landwirte habe sich Hilfe von außerhalb geholt und gezahlt, berichtet die Studie. Die andere Hälfte der Landwirte habe selbst viel Zeit mit dem Sammeln von Daten, der Information über die Bestimmungen und dem Ausfüllen der Formulare verbracht. Besonders aufwändig seien im vergangenen Jahr in Deutschland die Angaben über Landschaftselemente auf der Ackerfläche gewesen. Cross Compliance habe dagegen nur einen minimalen Anteil an den Verwaltungskosten der Betriebe, hat die Studie im Auftrag der Kommission herausgefunden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) sieht das Problem auf dem Weg der Besserung. Die erste Erfassung der Daten sei mit vielen Mühen verbunden gewesen, heißt es in Berlin. In den Folgejahren ginge es dagegen deutlich schneller, besonders, wenn alle Landwirte die elektronische Datenverarbeitung nutzten. (Mö)

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