In einem äußerst unfairen Wettbewerb stehen die deutschen Erzeuger von Stärkekartoffeln. In Finnland, Frankreich, Lettland, Polen und Tschechien werden für den Anbau von Stärkekartoffeln gekoppelte Beihilfen gezahlt, klagt der Bundesverband der Deutschen Stärkekartoffelerzeuger (BDS). Das sei somit ein Drittel des EU-Gesamtmarktes. Der BDS fordert deutsche Politiker und Entscheidungsträger auf EU-Ebene dazu auf, wieder gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Bereits seit mehreren Jahren seien sie im Vergleich zu Stärkekartoffelerzeugern in anderen EU-Ländern deutlich benachteiligt. Sie beziffern den Unterschied auf mehrere hundert Euro pro Hektar und Jahr.

Diese Ungleichheit habe sich über die vergangenen Jahre in Europa verbreitet. Nachdem die deutschen Stärkekartoffelanbauer seit 2012 ohne gekoppelte Zahlungen wirtschaften müssen, haben sie den Anbau um rund 25.000 ha eingeschränkt. Sie sehen sich damit konfrontiert, dass ein immer größerer Marktanteil von Stärkekartoffeln in Europa mit Unterstützung gekoppelter Zahlungen produziert wird. Im Jahr 2013 unterstützten Finnland, Lettland und Tschechien ihre Stärkekartoffelerzeuger, was einem Marktanteil von 5 Prozent entsprochen hat. Als Frankreich 2014 ebenfalls zu gekoppelten Zahlungen gegriffen hat, wurden bereits 20 Prozent des europäischen Kartoffelstärkemarktes subventioniert erzeugt. (brs)
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