Deutschland zieht EU-Rindfleischpreise in den Keller

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Einen erheblichen Druck von den anderen EU-Agrarministern dürfte Verbraucherministerin Renate Künast auf dem Rat am Montag in Brüssel bekommen, endlich mit dem Herauskauf- und Zerstörungsprogramm für ältere Kühe in Deutschland zu beginnen. Deutschland zieht zur Zeit die Rindfleischpreise in der gesamten EU in den Keller. Der Marktpreis für junge Bullen liegt in Deutschland jetzt schon drei Wochen lang bei 57 Prozent des Interventionspreises. Deshalb müssen am 16. Februar im Verwaltungsausschuss Rindfleisch voraussichtlich zum ersten Mal sämtliche Angebote im Rahmen des "Sicherheitsnetzes" zugeschlagen werden. Billige Rindfleischexporte aus Deutschland ließen eine Preiserholung in anderen Mitgliedstaaten nicht zu, beklagten gleich mehrere Vertreter am vergangenen Freitag in Brüssel. Deutsches Rindfleisch werde schon in traditionellen Exportländern wie Irland angeboten. Künast hat weiterhin Bedenken, ob das Verbrennen von älteren Kühen das Vertrauen des Verbrauchers stärke und damit dem Markt helfe. Sie will das Problem heute mit ihren Ministerkollegen besprechen. (Mö)
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