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Das Land zählt zu den global wichtigen Lieferanten. Bei Weizen rangiert die Ukraine mit Ausfuhren in einer Größenordnung von 10 Mio. t an Position 6 der weltweit bedeutenden Exporteure. Bei Mais nimmt das Land mit einem Ausfuhrvolumen von 16 Mio. t nach den USA und Brasilien und noch vor Argentinien Platz 3 ein. Darüber hinaus ist die Ukraine unter den Top 5 der Exporteure von Ölen und Schroten am Weltmarkt zu finden. Auch für die Europäische Union ist die Ukraine immens wichtig. In der Kampagne 2013/14 lieferte die Ukraine beispielsweise zwei Drittel aller EU-Maisimporte sowie mehr als die Hälfte der EU-Rapsimporte.

Die aktuelle Marktsituation ist geprägt von der Ernte in der laufenden Kampagne sowie dem makroökonomischen Umfeld. Während die Inflation im Land je nach Informationsquelle zwischen 8,5 und gut 14 Prozent liegt, erfuhr die ukrainische Währung Hrywnja eine Abwertung im Vergleich zum US-Dollar von rund 40 Prozent seit dem vergangenen Dezember. Damit reduzieren sich die am Weltmarkt sowieso bereits deutlich rückläufigen Preise für Weizen, Mais sowie für Ölsaatenöle und -schrote innerhalb des Landes noch zusätzlich.

Hauptexportprodukte der Ukraine 2011
-- , Quelle: FAOSTAT
Hauptexportprodukte der Ukraine 2011


Die Ausfuhren laufen aber weiterhin – entgegen allen Unkenrufen im Frühjahr – auf Hochtouren. Von Logistikproblemen oder Risikozuschlägen der Speditionsunternehmen ist laut Marktanalysten nichts zu spüren. Bis zum 8. Oktober beliefen sich die Getreideexporte seit Saisonbeginn bereits auf 9,3 Mio. t. Davon entfallen 5,5 Mio. t auf Weizen, knapp 3 Mio. t auf Gerste und 702.000 t auf Mais. Insgesamt will die Ukraine rund 30 Mio. t Getreide in dieser Saison exportieren.

Wichtige Kulturen der Ukraine
-- , Quelle: USDA, Oil World Okt 2014
Wichtige Kulturen der Ukraine


Die Kombination von gesunkenen Weltmarktpreisen, Abwertung der Währung und massiv angestiegenen Kreditzinsen verschärft aber die Situation für die produzierenden Betriebe. So fehlt vor allem Liquidität – den Banken und den Erzeugern. Denn private Haushalte haben von Januar bis Juli ein Drittel ihrer Spareinlagen bei den Banken abgezogen. Demzufolge ist die Bereitschaft der Banken, Kredite zu vergeben, gering, die Zinsen dafür hoch.

Fleischverbrauch pro Kopf
-- , Quelle: UCAB basiert auf Daten von Derzkomstat
Fleischverbrauch pro Kopf


So sind laut lokalen Beobachtern die Landwirte bei der Herbstaussaat nun gezwungen, entweder weniger oder qualitativ schlechteres Saatgut für die Winterkulturen zu verwenden, berichtet das Hamburger Analystenhaus Oil World, was sich auf die Erträge auswirken könnte. Somit wird die schwierige finanzielle Situation der Erzeuger spätestens in der nächsten Kampagne ihren Niederschlag in der globalen Marktposition der Ukraine finden. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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