Landwirte in Baden-Württemberg stehen dem Anbau von Leguminosen schon lange aufgeschlossen gegenüber. Suchen Abnehmer geradezu nach Erzeugern, wächst die Fläche dynamisch. Bereits seit 2009 hat sich der Anbau von Sojabohnen in Baden-Württemberg ausgedehnt auf mittlerweile rund 6.000 ha. Die Nachfrage von Kraftfutterherstellern lockt ebenso wie die von Lebensmittelverarbeitern.

Nach Schätzung von Dr. Joachim Raupp vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg ist die Erbse die zweitwichtigste Leguminose in dem Bundesland mit knapp 6.000 ha. Mit weitem Abstand folgt die Ackerbohne mit 2.500 ha. Noch weniger Bedeutung hat die Linse, die nach Raupps Schätzung auf einer Fläche zwischen 400 und 500 ha wächst.

Daneben entwickeln findige Erzeuger auch den Anbau von noch selteneren Leguminosen wie Lupine, Platterbse oder Kichererbse. Vor der Aussaat sollten sich Erzeuger immer Gedanken um die Vermarktung machen, rät Raupp. Langfristig erfolgreich entwickelt beispielsweise Landwirt Fritz Klein gemeinsam mit Kollegen in Wertheim den Anbau der Weißen Lupine. Klein erzeugt und vermarktet die Bohnen als Lupinenkaffee, den „einzigen echten Bohnenkaffe“ wie er sagt. Auch für seine Kichererbsen oder Platterbsen kümmert er sich um die Vermarktung als Mehl oder verzehrsfertige Mischung. (brs)
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