Cebit 2017

Digitale Neuheiten für Stall und Acker

Zum fünften Mal haben das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Messe AG den mit insgesamt 100.000 Euro dotierten CeBIT Innovation Award verliehen. Den mit 50.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielten Anfang dieser Woche Simone Strey und Pierre Munzel aus Hannover für ihre Entwicklung "Plantix". Das Team der PEAT GmbH arbeitet daran, die Erkennung von Pflanzenschäden mit Hilfe einer Smartphone-App zu automatisieren. Über ein Handyfoto identifiziert ein Programm Pflanzenkrankheiten und gibt Behandlungstipps. Die Software kann auch in Agrarrobotern zum Einsatz kommen.

Intelligente Rattenfallen fürs Feld

Darüber hinaus finden Cebit-Besucher an vielen Stellen einen Bezug von IT und Landwirtschaft. Digital können mittlerweile auch Nager auf dem Acker in Schach gehalten werden. Das verspricht zumindest das System Rentokil, eine professionelle Schädlingsbekämpfung, bei der Fallen bereits mit vernetzten, intelligenten Sensoren bestückt sind. Hierbei werden im digitalen Risikomanagement zum Beispiel Wetterdaten analysiert, die in Bezug gesetzt werden zu Bewegungsmustern von Nagetieren oder Insektenschwärmen.

Am Stand von nPotatoe geht es um die schonende Kartoffelernte. Mitarbeiter des Forschungsbereichs Smart Service Engineering demonstrieren wie in Echtzeit der Fahrer auf dem Feld oder der Landwirt im Büro darüber informiert werden, wo und wie Kartoffeln bei der Ernte mit einem Roder durch Stöße und Rotationen beschädigt werden.

Bauer 4.0 sucht Breitband

Auf der Cebit wird aber ebenso über die derzeitigen Grenzen der Digitalisierung im Landwirtschaftssektor diskutiert. So ist etwa die oft noch fehlende Datenanbindung im ländlichen Raum ein Thema. Die unzureichende digitale Infrastruktur im ländlichen Raum behindert nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom und des Deutschen Bauernverband die Digitalisierung der Landwirtschaft. Beide dringen deshalb darauf, die Lücken beim Breitbandausbau im ländlichen Raum so schnell wie möglich zu schließen. "Moderne Landwirtschaft ist nur möglich, wenn digitale Technologien besser genutzt werden können. Dazu braucht es zukunftsfähige Infrastruktur auch im ländlichen Raum", betont Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. (mrs)
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