Die vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium am heutigen Dienstag gesperrten etwa 1.000 landwirtschaftlichen Betriebe dürfen vorläufig nicht liefern.  In einem Erlass regelt das Ministerium, dass alle Betriebe durch amtliche Untersuchungen die Unbedenklichkeit nachweisen müssen.

Untersuchungen auf Dioxin dauern in der Regel mindestens vier Tage und kosten zwischen 600 bis 1.000 € pro Probe. Die Kosten sind zunächst vom Tierhalter zu tragen. Als gravierendes Problem für die schnelle Bearbeitung werden die für solche Fälle unzureichenden Laborkapazitäten angesehen. Dadurch können sich erhebliche wirtschaftliche Nachteile ergeben.  

Nach Aussage des Geschäftsführers des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), Bonn, Bernhard Krüsken werden Entschädigungen zunächst durch die Produkthaftpflicht der Futtermittelhersteller erstattet, die sich wiederum and den Verursacher wenden werden.

Die Kunden des schleswig-holsteinischen Fettlieferanten Harles und Jentzsch, Uetersen, haben bereits Forderungen auf Schadenersatz angekündigt. Konkrete Zahlen wurden noch nicht genannt, hieß es aus dem Unternehmen. Nach Angaben des Unternehmens ist die Auslieferung von Waren bis auf wenige Ausnahmen wie beispielsweise reines Sojaöl, bis zum Eintreffen weiterer Analysen auf weiteres gestoppt.

Unterdessen fordert Bundeslandwirtschaftsministerium Ilse Aigner eine schnelle Aufklärung darüber, wie Dioxin in Futtermittel gelangen konnte. Auch die EU-Kommission verlangt von Deutschland eine Stellungnahme zu den aktuellen Dioxinfunden. Für Aigner sind die Funde von Dioxin in Futtermitteln ein Fall für die Staatsanwaltschaft. "Wir brauchen jetzt schnell Klarheit", erklärte die Ministerin in Berlin.  Die Hintergründe der Dioxin-Belastungen müssten aufgeklärt werden. Die Erklärungsversuche von Seiten der Verursacher erachtet Aigner derzeit für wenig glaubwürdig. (jst)
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