Direktzahlungen ganz entkoppeln


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Ein 7-Punkte Programm für politisch günstige Rahmenbedingungen stellte Prof. Folkhard Isermeyer von der Braunschweiger Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) auf dem Kongress der Europäischen Landwirte zu Beginn der Woche in Straßburg vor. Zunächst sollten die Direktzahlungen zu 100 Prozent von der Produktion entkoppelt werden. Ansonsten blieben unwirtschaftliche Rindermäster in der Produktion, übten einen Preisdruck aus und hielten mit ihren Fehlinvestitionen die Besseren von einem Engagement ab. Zweitens dürfe die Cross Compliance nicht überstrapaziert werden. Das Regelungswerk sei ohnehin zu kompliziert. Die Direktzahlungen großer landwirtschaftlicher Betriebe dürften nicht stärker gekürzt werden als die Zahlungen für kleinere. Das führe zu Verwerfungen auf dem Landmarkt, warnte der Agrarökonom. Das Land ginge dadurch an die kleineren Betriebe und nicht zu den effizientesten. Weiterhin sollte in den kommenden zehn Jahren die Milchquote abgeschafft werden. Der Verzicht der EU auf Exporterstattungen führe ohnehin zu einem Angebotsdruck. Bevor die Quote dann gekürzt werde, sollte sie gleich abgeschafft werden, argumentierte Isermeyer. (Mö)
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