Discounter senken Preise für Milchprodukte


Eine steigende Milchproduktion weltweit verstärkt den Angebotsdruck. Hohe Futterkosten belasten Erzeuger. Marktexperten sagen zwar für den Herbst einen Anstieg der Milchpreise voraus, doch bis dahin müssen Milchbauern noch Abstriche bei den Auszahlungspreisen machen. Nachdem der Discounter Aldi die Preise für Milchprodukte in seinen Läden gesenkt hat, zieht die zur Rewe-Group gehörende Kette Norma nach. Der Preis für Mozzarella sei um 6 Cent auf 49 Cent gesenkt worden, teilte Norma mit. Joghurt wurde um ebenfalls 6 Cent günstiger, Joghurtdrink um 10 Cent.

Grund für die Preissenkungen seien niedrigere Kosten im Einkauf, erklärte die Norma-Geschäftsführung. Diese gebe das Unternehmen an die Kunden weiter. Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) kritisierten die „Ramschpreise" heftig. Zwar zeichneten sich für die kommenden Monate steigende Milcherlöse ab. Jedoch drohten Ernten weltweit schlecht auszufallen, was die Preise für Futtermittel nach oben treiben könne, warnt der DBV. Dadurch würden steigende Einnahmen der Milchbauern „sehr wahrscheinlich aufgefressen".

In seiner Halbjahresbilanz zeichnet der Verband Bayerischer Milcherzeuger (VBM) die Preisentwicklungen nach. Während Ende 2011 in Bayern die Auszahlungen bei fast allen Molkereien ein Niveau von 36 Cent/kg Milch erreichen konnten, lagen die Erlöse im Juni 2012, je nach Verwertung, nur noch bei 28 bis 33 Cent/kg, heißt es in dem Bericht. Wie saisonal üblich, gehe die Milcherzeugung derzeit zurück und liegt um 1 Prozent niedriger als im Vorjahr. Infolge der etwas geringeren Milchanlieferung habe sich die Marktsituation in den vergangenen Wochen wieder etwas entspannt. 

Am besten stehen Lieferanten da, die Milch an Käsereien und Spezialproduktehersteller liefern. Hier seien schon zu Beginn des 3. Quartal 2012 bessere Auszahlungspreise erfolgt. Auch bundesweit zeichnt sich eine unterschiedliche Verwertungsspanne ab. Lag die Spanne zwischen Standard und höherer Wertschöpfung im Jahr 2011 bei 1 bis 3 Cent/kg Milch, beträgt der Unterschied nun Mitte 2012 annähernd 4 bis fast 5 Cent/kg Milch. (da)
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