Kurz vor der Grünen Woche flammt die Debatte um den Fleischverzehr in Deutschland neu auf. Der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV), Franz-Josef Möllers kündigte gestern in Münster an, mit Agrarministerin Ilse Aigner während der Grünen Woche in Berlin über den Fleischverzehr diskutieren zu wollen. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) richtet sogar einen "Weltspanferkeltag" während der Messe aus. Geladen sind dazu neben der Branche auch Aigner und Berliner Agrarpolitiker sämtlicher Parteien.

Ursprung der Debatte ist ein Zeitungsinterview mit Aigner vom Jahreswechsel, in dem sie auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Fleischverbrauch pro Kopf hingewiesen hat. Diese betragen mit 300 bis 600 Gramm pro Woche nur die Hälfte des derzeitigen Konsums. Seitdem sorgt die Frage, ob der Fleischkonsum zu Gunsten des Klimaschutzes eingeschränkt werden soll, für Wirbel. Aigner hat begonnen, sich gegen Kritik zu verteidigen. Sie habe nie zu einem Fleischverzicht geraten, wiederholt sie laufend vor der Presse. Vielmehr plädiere sie für eine ausgewogene Ernährung mit saisonalen und regionalen Produkten. (sta)
stats