Umbaupläne

Dow stellt Agrar auf den Prüfstand


In der Konzernzentrale werden Umbaupläne geschmiedet.
-- , Foto: Dow
In der Konzernzentrale werden Umbaupläne geschmiedet.

Bei Dow Chemicals steht offenbar ein Umbau an. Die Pläne konzentrierten sich auf die Sparte Dow Agrosciences, berichtete der Vorstandsvorsitzende Andrew Liveris am Donnerstag nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des 3. Quartals 2015. Es gehe darum, so Liveris, neue Synergien in einem konsolidierten Agrarmarkt zu entwickeln und so mehr Wertschöpfung für die Aktionäre zu generieren. Geprüft würden alle Alternativen.

Dow berichtet für die Sparte Agricultural Sciences, dass auch das 3. Quartal 2015 unbefriedigend verlaufen ist. Belastet war das Geschäft nach Angaben des Unternehmens durch eine geringere Nachfrage in Lateinamerika, hohe Lagerbestände im Handel sowie ungünstige Wechselkurse. Lediglich für die neuen Insektizide berichtet Dow von einem um 8 Prozent gestiegenen Mengenabsatz. Auch das Saatgutgeschäft, bei dem Mais die Hauptrolle spielt, war durch die geringere Anbaufläche in Nord- und Südamerika sowie durch hohe Lagerbestände beeinträchtigt. Der Ausblick ist ebenfalls gedämpft. Die Schwäche auf den Agrarmärkten dürfte nach Einschätzung von Liveris noch ein bis zwei Jahre anhalten.

Traditioneller Chemieriese
Dow Chemicals hat im Gesamtjahr 2014 mit Pflanzenschutz und Saatgut einen Umsatz von 7,3 Mrd. US-$ erzielt. Der gesamte Chemiekonzern blickt auf mehr als 110 Jahre Geschichte zurück und beschäftigt heute rund 53.000 Mitarbeiter. Zum Angebot gehört eine breite Palette von Spezialchemikalien sowie Kunststoffen. Der Gesamtumsatz 2014 hat 58,2 Mrd. US-$ betragen. Die deutsche Dow Agro Sciences GmbH hat ihren Sitz in München. (db)
Der Konzern verbuchte in den ersten neun Monaten 2015 in der Sparte Agricultural Sciences einen Umsatz von 4,8 Mrd. US-$. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum beträgt der Rückgang 12 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist im Neunmonatszeitraum – bereinigt um Sondereinflüsse – um 14 Prozent auf 640 Mio. US-$ gesunken.

Dow gehört zu den sechs global führenden Unternehmen im Pflanzenschutz- und Saatgutsektor. Zu dieser Gruppe zählen außerdem die beiden deutschen Anbieter Bayer Crop Science und BASF, Syngenta in der Schweiz sowie DuPont und Monsanto in den USA. Die Branche steht zurzeit augenscheinlich vor einer neuen Phase der Konsolidierung, auch wenn Monsanto im Sommer 2015 mit seinen Kaufabsichten für Syngenta nicht zum Zuge gekommen ist. Allein in den zurückliegenden 14 Tagen haben zwei Vorstandsvorsitzende ihren Rücktritt erklärt – auf Ellen Kullman von DuPont folgte in dieser Woche Mike Mack von Syngenta. (db)
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