Eurotier: Förderpreis der Agrarwirtschaft

Drei richtungsweisende Talente ausgezeichnet

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Eine Wissenschaftlerin, die mit den Vorurteilen gegenüber Ebergeruch aufräumt, ein junger Milchviehhalter, der gerade seine eigene Hofmolkerei aufbaut und nebenbei ein Netzwerk an filmdrehenden Jungbauern knüpft sowie ein Hans Dampf in allen Gassen, der von Zeitung über Film bis Internet keinen Kanal ungenutzt lässt, um über die Bedeutung der Landwirtschaft zu informieren: Die Profile der diesjährigen Träger des Förderpreises der Agrarwirtschaft sind sehr vielschichtig. Gemein sind Johanna Trautmann, David Engel und Thomas Fabry einige entscheidende Eigenschaften: Mut, Selbstbewusstsein und die Überzeugung, auch bei Gegenwind den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Die Jury zeigt sich beeindruckt von den Leistungen der drei Talente, die dazu beitragen, die Agrarwirtschaft voran zu bringen.

Ebergeruch handhabbar gemacht


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In ihrer mit „Summa cum laude“ ausgezeichneten Dissertation erarbeitete die 29-jährige Johanna Trautmann umsetzbare Lösungen bei dem umstrittenen Thema Ebergeruch. „Den Ebern wird oftmals mehr angedichtet als objektiv nachzuweisen ist.“, sagt die Wissenschaftlerin der Universität Göttingen. Und so hat Trautmann praxisnahe Lösungen zur Sensorik entwickelt: Tests, um die Riechleistung von Prüfern objektiv bewerten zu können; Transparenz bei der Frage geschaffen, wieso die Leistungen von chemischer Analyse und Nase voneinander abweichen und belegt, dass eine sensorische Qualitätskontrolle auch während des Schlachtprozesses möglich ist. „Es ist Zeit, den Mythos um den stinkenden Masteber zu enthüllen", erklärt Trautmann. Das sollte sich Ihrer Meinung nach vor allem auch in kleineren Schlachtbetrieben herumsprechen. 

Vermarktung selbst in die Hand genommen


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Der 28-jähre David Engel stammt aus der Eifel und leitet einen Milchviehbetrieb mit rund 125 Kühen. Immer wieder die selben Fragen über das Bäuerliche beantworten zu müssen, war für ihn der Anlass, vor rund einem Jahr den erfolgreichen You-Tube-Kanal „agriKULTUR“ zu starten. Dort zeigen er und ein Handvoll Berufskollegen wie Landwirtschaft funktioniert. Dabei spiel auch die Kuh "Pebbles" eine tragende Rolle. Darüber hinaus nimmt er über die neu geschaffene Marke „Engelshof“ die Vermarktung eines Teils seiner Milch selber in die Hand. In diesen Tagen wird die eigene Hofmolkerei den Betrieb aufnehmen.

Leidenschaft ausgelebt


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Thomas Fabry ist Botschafter in Sachen Landwirtschaft. Der 23-jährige Student ist er auf den verschiedensten Kanälen unterwegs, um über die Bedeutung des Berufes zu informieren. Die Liste seiner Engagements reicht vom Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit im Märkischen Kreis über Öffentlichkeitsarbeit für den Verein „Massentierhaltung aufgedeckt“, den Handy-Nachrichtendienst „Snapchat“, You Tube, Vorträge und Podiumsdiskussionen. „Die Landwirtschaft ist für mich schon immer eine große Leidenschaft gewesen“, sagt der Student und gelernte Landwirt. (kbo)


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