Digitalisierung

Druck kommt von außen

In den nächsten zehn Jahren wird der Trend zur Digitalisierung in der Landwirtschaft weit voranschreiten, ist Dr. Frank Lorenz von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) Oldenburg überzeugt. Wesentliche Grundlagen dafür stehen bereits zur Verfügung oder seien in Vorbereitung, sagte er am Mittwoch in Berlin. Als Referent auf der 15. NewAg-Konferenz und Ausstellung verwies Lorenz auf die zunehmende Datengrundlage zur Bodenbewertung, die nach und nach online jedem Interessierten zur Verfügung stehen werden. Als weiteres Schlüsselelement bezeichnete er die Satellitentechnik für die Erfassung und Übertragung von Daten von der Bodenoberfläche. Zusätzlich zu bereits existierenden Systemen seien weitere in Vorbereitung. 

Dennoch gebe es speziell in Deutschland Hindernisse für den raschen Einzug digitaler Systeme. dazu zählen nach seiner Aussage eine mangelhafte Breitband-Versorgung besonders in ländlichen Regionen. Auch gebe es Probleme  an den Schnittstellen zwischen Maschinen und der notwendigen Software. Als ebenfalls erschwerend bezeichnet die noch relative große Zahl von Unternehmen als Anbieter von "Farm Management Information Systems" (FMIS). Zusätzlich fehle eine ausreichend neutrale Beratung für die Einführung der Digitalisierung. Ebenso seien viele Landwirte von den möglichen Vorteilen digitaler Prozesse noch nicht überzeugt. Verbreitet sei ebenfalls die Sorge vor möglichem Missbrauch eigener Daten.

Dennoch werde sich der Einzug der Digitalisierung beschleunigen, zeigt sich Lorenz überzeugt. Darüber würden jedoch nicht ausschließlich die Landwirte als Anwender entscheiden. Vielmehr sei erwarten, dass externe Faktoren wie regulatorische Auflagen oder auch Forderungen der Abnehmer landwirtschaftlicher Güter daran mitwirken werden.

An der in diesem Jahr in Berlin stattfindenden dreitägigen internationalen 15. NewAg Konferenz und Ausstellung nehmen 43 Referenten aus 18 Ländern teil. Die nächste Konferenz im Jahr 2018 soll in Nairobi in Kenia stattfinden. (jst)
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