Schwächeperiode

DuPont-Agrarsparte im Rückwärtsgang


Im 3. Quartal 2015 verzeichnet DuPont de Nemours wie bereits in den ersten beiden Quartalen Absatzrückgänge in Verbindung mit währungsbedingten Einbußen. Sowohl die Verkäufe von Pflanzenschutzmitteln als auch von Saatgut der DuPont-Marke Pioneer erlebten heftige Einbußen, allen voran in Brasilien.

Quartalsverlust vervielfacht

Als Konsequenz weist die DuPont-Agrarsparte im 3. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang um 30 Prozent aus. Außerdem brachte das Quartal, in dem traditionell alle auf Saatgut konzentrierte Unternehmen rote Zahlen schreiben, DuPont besonders hohe Verluste. Operativ ist in der Agrarsparte ein Minus von 210 Mio. US-$ aufgelaufen. Im Vorjahr stand hier ein Verlust von lediglich 56 Mio. US-$ zu Buche.

Stark mit Pioneer
Das Agrargeschäft von DuPont hat 2014 einen Umsatz von rund 11,3 Mrd. US-$ verbucht. Pflanzenschutzmittel steuerten etwa 30 Prozent und Saatgut der Marke Pioneer etwa 70 Prozent bei. Das operative Ergebnis 2014 hat 2,4 Mrd. US-$ erreicht. Das Agrarsegment stellt rund ein Drittel des gesamten DuPont-Umsatzes. DuPont gehört mit BASF, Bayer, Dow, Monsanto und Syngenta zur Riege der sechs global führenden sechs Pflanzenschutz- und Saatgutkonzerne. (db)
Für den Zeitraum Januar bis September 2015 summiert sich der Agrarumsatz von DuPont auf 8,2 Mrd. US-$. Er liegt damit um 14 Prozent unter den Verkäufen der vergleichbaren neun Monate 2014. Das operative Ergebnis ist im Vergleich zu 2014 um 23 Prozent auf aktuell rund 1,7 Mrd. US-$ gesunken.

Trüber Ausblick

Auch im Schlussquartal rechnet DuPont mit Einbußen. Der US-Dollar wird nach Einschätzung des Unternehmens stark bleiben und die Geschäfte in den Schwellenländern mit schwacher Währung – allen voran in Brasilien – belasten. Deswegen könnte das 4. Quartal weitere operative Verluste bringen – und das in einem Zeitraum, in dem die Agrarsparte in sonstigen Jahren schwarze Zahlen schreibt.

Für das Geschäft mit Pflanzenschutz und Saatgut übt sich das Unternehmen jedoch in Zuversicht. Langfristig sei im Agrarmarkt wieder Wachstum zu erwarten, und dann sei DuPont mit seiner Pipeline gut aufgestellt.

Konzern im Umbau

Auch im gesamten Konzern sind die Zahlen im 3. Quartal unbefriedigend. Bis Ende September 2015 liegt der Konzern im Umsatz 12 Prozent und im operativen Ergebnis 13 Prozent hinter den ersten neun Monaten 2014 zurück. „Wir sind nicht erfreut über die Ergebnisse“, kommentierte DuPont-Finanzdirektor Nick Fanandakis das Abschneiden. Personelle Konsequenzen sind bereits gezogen worden. Ellen Kullman, die seit 2009 an der DuPont-Spitze stand, hat vor drei Wochen ihren Rücktritt erklärt. (db)
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