DuPont verordnet sich Sparprogramm


Nach schwachen Quartalsergebnissen kündigt DuPont massive Kostensenkungen an. Die Agrarsparte bleibt jedoch auf Wachstumskurs.

Im 3. Quartal 2012 verbucht der US-Chemiekonzern DuPont de Nemours aus dem laufenden Geschäft einen Verlust. Nach der Verrechnung mit Einkommen aus Sondereffekten weist das Unternehmen einen mageren Quartalsgewinn von 10 Mio. US-$ aus - nach 452 Mio. US-$ im Vorjahreszeitraum.

Der Chemiekonzern leidet unter Absatzschwäche in einigen Kernsegmenten. Vor allem Elektronik und Spezialchemikalien haben erhebliche Rückgänge zu verzeichnen. Das Agrargeschäft von DuPont, zu dem neben Pflanzenschutz die Saatgut-Tochter Pioneer Hi-Bred beiträgt, hebt sich aber ab. Es verzeichnet im 3. Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar Umsatzwachstum, den das Unternehmen mit einem „starken Auftakt" in Südamerika begründet. Da DuPont jedoch den größten Agrarumsatz im Frühjahr in Nordamerika und Europa erzielt, ist das 3. Quartal für den Konzern traditionell umsatzschwach und bringt regelmäßig negative Ergebniszahlen.

Gut entwickelt hat sich für DuPont von Juli bis September das Segment Ernährung und Gesundheit. Es profitiert jetzt von Synergien aus dem Enzymgeschäft, nachdem 2011 die dänische Danisco integriert worden ist. Vor allem für die Tierernährung, Nahrungsenzyme und Speziallebensmittel wie Sojaprodukte erlebt DuPont steigende Nachfrage.

Den Aktionären stellt die DuPont-Vorstandsvorsitzende Ellen Kullman in Aussicht, dass der Gewinn pro Aktie 2012 gegenüber dem Vorjahr um 7 bis 8 Prozent geringer ausfallen könnte. Um den Konzern wieder auf Wachstumskurs zu bringen, kündigt Kullman einen harten Restrukturierungsplan an. Die Kosten im Konzern sollen um 450 Mio. US-$ sinken. Allein im kommenden Jahr stehen 300 Mio. US-$ Einsparungen auf dem Programm. Dazu gehört ein globaler Personalabbau um 1.500 Menschen in den kommenden 12 bis 18 Monaten.

DuPont ist in mehr als 70 Ländern tätig und hat 2011 mit rund 60.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 38 Mrd. US-$ erzielt. Dazu beigetragen hat die Agrarsparte rund 9,2 Mrd. US-$, von denen etwa 6,3 Mrd. US-$ von Pioneer Hi-Bred stammten. (db)
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