Digitaler Pflanzenbau

Düngebedarf schwankt in der Teilfläche

Landwirtschaftliche Kulturen wachsen innerhalb eines Schlages sehr unterschiedlich heran. Innerhalb der Vegetationsperiode können Lager auftreten oder Pflanzen haben auf Grund von Wassermangel ihr Wachstum eingestellt. „Jede Teilfläche hat ein eigenes Gehaltsoptimum von Nährstoffen,“ sagte heute Peer Leithold, Agricon-Geschäftsführer während der Betriebsleiterkonferenz in Leipzig. Die Kenntnisse über die Heterogenität der Bestände müsse der Pflanzenbauer in seine Düngeentscheidungen künftig noch mehr miteinbinden. „Die Stickstoffaufnahme ist die Führungsgröße im modernen Pflanzenbau“, führt Leithold weiter aus. „Wir müssen lernen, Informationen schnell, sicher und exakt zu managen.“ Nur wenn wir die genaue N-Aufnahme der Pflanze kennen, können wir die optimale N-Düngung erreichen.

Um eine besser Bestandsführung zu erreichen, sei digital Cropping der richtige Weg. Nach der Maßgabe: "Mit weniger Düngung, mehr zu erreichen", könnten künftig die gesetzlichen Anforderungen an die Stickstoff (N-)Effizienz erreicht werden. Der aktuelle Entwurf zur Novelle der Düngeverordnung sieht eine N-Effizienz von 95 Prozent im Jahr 2018 vor. Wichtige Informationsquellen um die N Aufnahme der Pflanzen zu ermitteln seien Düngesensoren, Bodenproben sowie Serviceleistungen im Internet.

Insgesamt hat sich die Stickstoffeffizienz in Deutschland in den vergangenen stetig verbessert und liegt im Durchschnitt der Betriebe bei rund 55 Prozent. Bis 95 Prozent sei es noch ein weiter Weg, führt Leithold aus. Eine aktuelle TED-Umfrage zur Einschätzung der aktuellen N-Effizienz während der Tagung ergab unter den rund 100 befragten Betriebsleitern in Leipzig eine N-Effizienz von 70 bis 80 Prozent. Rund ein Drittel erreichen sogar 80 bis 90 Prozent im Unternehmen. Doch hier ist für viele auch das Ende der Fahnenstange erreicht. Bei der Frage: "Glauben Sie, dass Sie die im Jahr 2018 die vorgeschriebene N-Effizienz von 95 Prozent schaffen", antworten rund die Hälfte der Teilnehmer mit vielleicht. Etwa 27 Prozent wählen Nein. Sie können es sich noch nicht vorstellen, die hohe N-Effizienz wie sie die Düngeverordnung vorschreibt, erfüllen zu können. Um hier Abhilfe zu schaffen, denken viele Betriebsleiter darüber nach, einen N-Sensor anzuschaffen. Die Kosten belaufen sich auf rund 30.000 €. (da)
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