Düngemittelproduzenten machten 1999 Verluste trotz höherer Umsätze

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Nach dem historischen Preistief Ende 1999 sind auch für das am 1. Juli beginnende neue Düngemitteljahr weiterhin stabile Preise für N-Dünger zu erwarten. Dies sagte Prof. Hermann Kuhlmann, Vorsitzender des Fachbereichs Pflanzenernährung im Industrieverband Agrar (IVA) auf der Jahrespressekonferenz heute in Frankfurt a. M. Insgesamt haben die Mitglieder des IVA 1999 mit Düngemitteln einen Umsatz von 2,72 (Vj.: 2,81) Mrd. DM erzielt, erklärte er. Das Inlandsgeschäft verbesserte sich um 2 Prozent auf 1,15 Mrd. DM, dagegen verringerten sich die Exporterlöse gegenüber dem Vorjahr um fast 7 Prozent auf 1,57 Mrd. DM.

Das Umsatzplus in 1999 spiegele jedoch keinesfalls den langfristigen Trend wider, so Kuhlmann. Für die nächsten Jahre erwarte er einen rückläufigen N-Verbrauch. Nur der höhere Verbrauch in 1999 sowie die größere Erntemenge und ein hoher Pflanzenbedarf hätten in 1999 für den Zuwachs gesorgt.

Alle europäischen Produzenten hätten in 1999 erhebliche Verluste eingefahren. Für 1999 rechnet Kuhlmann mit einer Negativ-Verzinsung des investierten Kapitals von durchschnittlich 15 Prozent. Daran werde sich auch in 2000 nicht viel ändern, da die meisten Werksschließungen und damit verbundenen Personalabbaukosten als Totalverlust zu verbuchen seien. Innerhalb eines Jahres sind die Düngemittelkapazitäten in Westeuropa um 10 Prozent oder 4 Mio. t stillgelegt worden. (da)
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