Düngergeschäft kommt langsam in Fahrt

Die ersten Sonnenstrahlen bringen etwas Schwung in den ruhigen Düngerhandel. Für den Hauptbedarf im Mai muss noch Ware gekauft werden. Seit einigen Tagen streuen Landwirte im Norden Dünger, jetzt beginnen auch im Süden die Arbeiten. Nach wochenlangem Stillstand mehren sich im Handel und bei den Produzenten die Anfragen für sofortige Lieferungen von Schwefel-Stickstoffdüngern. Insgesamt ist jedoch nur die Hälfte der üblichen Stickstoffmengen im Markt untergebracht. "Wir verzeichnen derzeit die niedrigste Einlagerungsquote seit fünf Jahren", beschreibt ein Marktteilnehmer die aktuelle Situation. Dabei steht der Hauptbedarfszeitraum Ende April und Mai für Nitratdünger erst noch bevor. In dieser Zeit steht die Düngung für die Qualitätsgabe in Getreide, Mais, Zuckerrüben und das Grünland an. Berechnungen zufolge müssten noch rund 1,5 Mio. t KAS ausgeliefert werden, verglichen mit den Absatzmengen des Vorjahres. Positive Aussichten für die Erlöse von landwirtschaftlichen Produkten zur Ernte 2012 könnten Landwirte dazu veranlassen, verstärkt in die Düngung zu investieren.

Angesichts der schwachen Nachfrage im laufenden Düngejahr nach Stickstoffdüngern in Europa, schrauben Produzenten derzeit ihre hohen Erwartungen zurück. So prognostizierte eine Vertreterin der Internationalen Vereinigung von Düngerproduzenten (IFA) vor Kurzem einen Rückgang der europäischen Nachfrage nach Düngern um 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In einigen Ländern sei die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung sehr groß, was auch den Einkauf von Düngern beeinflusse. Auch sei der europäische Markt durch die Kälte im Februar langsam und spät angesprungen. Zusätzlich gab es erhebliche Transportschwierigkeiten an den vereisten Schwarzmeerhäfen. (da)     
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