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Deutsche Landwirte müssen sich auf weiter steigende Düngerpreise zur Frühjahrssaison einstellen. Die international hohe Nachfrage nach Düngemitteln hat nun auch den Markt hierzulande erfasst. „Der Flüssigdünger AHL fehlt an allen Ecken“, sagte ein Düngemittelhändler bei einer Umfrage der Agrarzeitung Ernährungsdienst. Zwar seien die Tanks mit der Ammonnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) gut gefüllt, doch sind Händler beunruhigt, weil derzeit kein AHL zur Lieferung März und April 2008 bestellt werden kann.

Das hat es seit Jahren nicht gegeben. AHL wird weltweit kaum angeboten. In Polen und Litauen, beide wichtige Lieferländer für Deutschland, steigt der Bedarf zum einen in der heimischen Landwirtschaft. Zum anderen haben sich Produzenten in diesen Ländern lukrative Aufträge für AHL und Kalkammonsalpeter (KAS) zur Lieferung in die USA und nach Brasilien gesichert, die bis weit ins 1. Quartal 2008 reichen. Obwohl die westeuropäischen Produzenten in dieser Woche für Dezember in Deutschland weitere Preiserhöhungen für KAS in Höhe von 20 €/t angekündigt haben, kosten Düngemittel in Deutschland immer noch weniger als auf dem Weltmarkt. Auch in Frankreich und Großbritannien wird mehr bezahlt. Viele europäische Produzenten engagieren sich deshalb verstärkt im Ausland. Auf keinen Fall sollten Landwirte bei ihrem Düngerkauf auf eine Preisschwäche im Frühjahr warten, raten Marktteilnehmer. (da)

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