Maisdüngung

Düngeverordnung macht erfinderisch

In Deutschland ist die Saatbanddüngung im Vergleich zu den Niederlanden, Polen, Rumänien und Südamerika nahezu unbekannt. Heinrich Wilhelm, Vertriebsleiter von De Sangosse berichtet heute auf dem Feldtag im hessischen Kirchhain von Betrieben in Rumänien, die ausschließlich die Maisaussaat mit einer Saatbanddüngung mit Mikrogranulaten durchführen. Das Granulat wird mit der entsprechenden Technik direkt am Saatkorn platziert und ist damit schnell pflanzenverfügbar. Vor allem in den schlecht mit Phosphat versorgten Böden in Osteuropa, die eine schnelle Phosphataufnahme zum Wachstumsstart benötigen, haben sich Mikrogranulate bewährt.



Aber auch in den Niederlanden, wo sehr strenge Auflagen für die Düngung gelten, ist die Saatbanddüngung mit Mikronährstoffen die gängige Praxis. Die Pflanzen sind optimal mit Phosphat versorgt. Die Gefahr, dass Phosphat aus Mineraldünger im Boden gebunden wird und damit Überschüsse entstehen, ist gering. Mit der neuen Düngeverordnung sind in Deutschland jetzt vor allem Tierhalter gefordert, Phosphatüberschüsse zu vermeiden, erklärt Wilhelm. Zur Maisaussaat haben sie das Problem, dass die Böden zwar hohe Phosphatwerte aufweisen, aber zur Aussaat zu wenig pflanzenverfügbares Phosphat an die Wurzel kommt, gerade wenn niedrige Bodentemperaturen herrschen. Mikrogranulatdünger wie Microstar PMX, enthalten 10 Prozent Stickstoff, 40 Prozent Phosphat sowie Schwefel und Spurenelemente wie Zink und Mangan. Die kleinen Körner werden mit dem Granulatstreuer während der Aussaat in das Saatband direkt am Saatkorn ausgebracht. Beim Keimen wirkt das Phosphat schnell an der Pflanze. In verschiedenen Versuchsparzellen zeigte Wilhelm in Kirchhain den Einsatz von Microstar in Kombination mit verschiedenen Stickstoffdüngern zur Unterfußdüngung. Durch die verbesserte Nährstoffausnutzung in der Saatbanddüngung, werden weniger Dünger als mit der üblichen Unterfußdüngung ausgebracht.

Hersteller wie Amazone und Kverneland bieten Geräte zur Saatbanddüngung an. Dabei handelt es sich meist um Granulatstreuer, mit denen bisher Insektizide-Granulate ausgebracht wurden. Eine Nachrüstlösung zur Saatbanddüngung am Beispiel eines Striegels zeigte Sebastian Adams von APV GmbH. Kvernland will zur Agritechnica ein hydraulischen Mikrogranulatstreuer, der wie ein Rucksack, an der Sämaschine hängt, vorstellen. Der Landtechnikhersteller bietet auch Geräte zur Unterfußdüngung von flüssigem AHL an. Einfache Nachrüstsets von Mikrogranulatstreuer kosten zwischen 1500 und 4500 €. (da)
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