Düngeverordnung wird teuer

In Deutschland sind die Nitratwerte in Gewässern zu hoch. Der Gesetzgeber plant strengere Regeln für die Düngung.

„Wir kommen um eine Verschärfung der Düngeverordnung nicht herum, um die hohen Stickstoffverluste zu verringern,“ kündigte heute Dr. Jürgen Buchwald, vom Agrarministerium in Mecklenburg-Vorpommern während des Boden- und Düngungstags in Güstrow an.

„Richten Sie jetzt schon ihre Produktion auf die bevorstehenden Änderungen aus, damit Sie nicht schlagartig alles umstellen müssen“, empfiehlt Buchwald den mehr als 300 Teilnehmern. Besonders hoch sind die Nitrateinträge in Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb drängt das Ministerium auf eine schnelle Umsetzung von strengeren Auflagen.

So ist in der geplanten Novelle der Düngeverordnung vorgesehen, dass ab 2020 flüssige Wirtschaftsdünger direkt auf den Boden mit Schleppschläuchen ausgebracht werden dürfen. Diese Frist, wie sie im Entwurf der Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgesehen ist, dürfte in Mecklenburg-Vorpommern früher eingeführt werden.

Um Stickstoffverluste zu vermeiden, komme es künftig auf die Verteil- und Dosiergenauigkeit an. Ab 2016 sind herkömmliche Festmiststreuer nicht mehr erlaubt. „Auch Prallteller stehen vor dem Aus“, sagte Buchwald.

Landwirte fordert Buchwald auf, Beratungsangebote zu nutzen. Einheitliche N-Obergrenzen, wie sie die EU-Kommission verlangt, lehnt Buchwald unter Verweis auf standorttypische Besonderheiten ab. Hingegen befürwortet er eine längere Sperrfrist für die Ausbringung von organischen Wirtschaftsdüngern. Zudem müssen Lagerkapazitäten für Gülle bis zu 9 Monaten vorgehalten werden.

Hier sieht Buchwald auf Lohnunternehmen und Landwirten teure Investitionen zukommen. „Dies wird zu steigenden Produktionskosten für landwirtschaftliche Produkte führen.“ Nach Einschätzung von Betriebsleitern könnte sich mit den neuen Sperrfristen der Zeitraum für die Gülleausbringung auf 2 bis 3 Monate im Herbst und Frühjahr verkürzen. Das sei in dieser kurzen Zeit zusammen mit der Aussaat von Sommerungen oder der Ernte von Mais und Zuckerrüben kaum zu schaffen. (da)
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