Düngemittel

Düngeverordnung zwingt zum Umdenken

Nitrosulf 27 + (4S) heißt der Kalkammonsalpeter (KAS) mit Schwefel, den der Hersteller Eurochem künftig mit der Raiffeisen Waren Zentrale Rhein-Main eG, (RWZ) vermarktet. „Ab sofort ist der Stickstoff-Schwefeldünger regional zur Frühjahrssaison 2017 erhältlich, sagte Dr. Christoph Leufen. RWZ, bei der Düngetagung in St. Goar. Die Düngeverordnung verlangt von den Landwirten, das Verlustrisiko so niedrig wie möglich zu halten. Deshalb haben die Marktpartner den Stickstoffdünger mit 27 Prozent Stickstoff und 4 Prozent Schwefel ausgestattet. Nitrosulf ist in allen Kulturen mit Einschränkung von Raps in allen drei Gaben einsetzbar. Die niedrige Schwefelkomponente erhöhe bei jeder Düngung die Stickstoffeffizienz.

Die RWZ reagiert mit der Produktneuheit auf die steigende Nachfrage nach Schwefeldüngern. Erstmals werde Schwefel mit dem klassischen ammoniumnitrathaltigen KAS vereint. Nitrosulf ersetzt in Getreide Ammoniumsulfatsalpeter (ASS). ASS ist weiterhin in Raps mit einem Anteil von 13 Prozent Schwefel ein wichtiger Dünger. Die Neuheit ist die Antwort von RWZ und Eurochem auf die strengen Anforderungen. Schon heute sei es für viele Landwirte schwierig, den erlaubten Bilanzüberschuss von 60 kg N/ha einzuhalten, sagt Volker Sandrock von Eurochem. Der Berater hält es für sehr wahrscheinlich, dass der erlaubte Überschuss auf 50 kg N/ha begrenzt wird. Hier müsse die Beratung mehr leisten, fordert er seine Kollegen auf dem Symposium in St. Goar auf. Ziel sei es, die Nährstoffeffizienz bei gleichem Ertrag und Qualität aber begrenzten Angebot von Stickstoff, Phosphat und Kali zu verbessern.

Sandrock empfiehlt daher Betriebsleitern, aus den Stickstoffformen Nitrat, Salpeter, Ammonium und Amid für seinen Standort zu wählen. Verluste von Nitratstickstoff entstünden überwiegend durch die Auswaschung. Beim Ammonium bestehe das Risiko von gasförmigen Verlusten. Nitrifikationshemmer oder Ureaseinibitoren seien geeignete Systeme, um die Düngewirkung zu verlängern. (da)
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