Durchwachsene Ernte in Österreich


In Österreich zeichnet sich 2009 von der Menge eine gute Durchschnittsernte ab. Sie ist jedoch sehr heterogen. Die Ernte von Wintergetreide bezeichnet die Agrarmarkt Austria (AMA), Wien, als „sehr zufriedenstellend". Sommergerste und Durum haben jedoch nach Beobachtung der AMA-Experten unter dem feuchten März und der darauffolgenden Trockenheit im April und Mai sehr gelitten. Die gesamte österreichische Getreideernte schätzt die AMA auf 3,0 Mio. t und damit um etwa 11 Prozent kleiner als im Vorjahr.

Für Weizen schätzt die AMA eine Erntemenge von 1,5 Mio. t und damit etwa 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Premiumweizen mit mehr als 15 Prozent Protein könnte 40 Prozent ausmachen. Weitere 40 Prozent sind Qualitätsweizen mit mindestens 14 Prozent Protein und 20 Prozent Mahl- und Futterqualität. Fallzahlen und Hektolitergewichte des bisher gedroschenen Weizens sind hoch. Allerdings haben Unwetter in der vergangenen Woche den Drusch der späteren Sorten unterbrochen und möglicherweise die Qualität gemindert. Durchweg enttäuschend zeigt sich Sommergerste. Die Erträge erreichen nur 30 bis 40 dt/ha. Der Braugerstenanteil ist niedrig.

Wegen der hohen Überhangbestände aus der Vorjahresernte von mehr als 800.000 t Getreide stellt nach Einschätzung der AMA die Vermarktung 2009/10 eine Herausforderung dar. Österreich ist mit jährlichen Ausfuhren von rund 1 Mio. t ein Exportland für Getreide. Besonders wichtig ist der Absatz von Qualitätsweizen nach Italien. (db)
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